Alles zu viel? Zehn Tipps bei Überforderung 

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Afrikanisches Sprichwort

Wenn wir im Trubel des Alltags oder bei akutem Job- oder familiären Stress an unsere psychischen und physischen Grenzen geraten, meldet sich unser Körper mit Signalen. Der Kopf fühlt sich an wie ein überlastetes Knäuel, wir können uns nicht mehr richtig konzentrieren, reagieren ängstlich oder gereizt. Bei so Manchem spielt der Kreislauf verrückt, uns wird heiß und kalt, wir haben Magenprobleme und sind stark angespannt. Auch der nächtliche Schlaf ist häufig gestört. Manche werden zu Frustessern, während Anderen der Appetit völlig vergeht.

Die Gedanken über sich selbst und andere Menschen werden negativer und kritischer. Wenn dann noch Frustration und ein Gefühl der Hilflosigkeit hinzukommt, steuern wir geradewegs in eine Depression. Am Ende fühlen uns nur noch leer und ausgebrannt. 

An den eigenen Grenzen angekommen, heißt es nur noch eins: Jetzt handeln!

Hier erhältst Du zehn Akuttipps, die Deine Situation kurzfristig stabilisieren können.

 

1. Überforderung erkennen und akzeptieren

Kritisiere Dich nicht für die Handlungen, die Dich in diese Situation gebracht haben. Verurteile Dich in dieser schwierigen Lage bitte nicht noch zusätzlich. Das macht die Umstände nicht besser. Gestehe Dir ein: "Ja, mir geht es nicht gut! Das war zu viel!"

Sag bewusst JA zu Deiner Überforderung! Nimm an, was Sache ist. Es ist wie es ist. Nur mit Deinem Eingeständnis kann die Situation überwunden werden. Eine innerlich verdrängte oder mit Mitteln betäubte Überforderung kann sich dagegen nicht bewegen und somit auch nicht auflösen. Sag JA zur Überforderung. Akzeptiere sie. Nimm sie an!

2. Entschleunigen und runterfahren

Es hilft nichts, jetzt in dem vorangegangen Tempo weiter zu machen. Dies würde Dich nur in eine noch gefährlichere Situation bringen. Fahre runter und kümmere Dich jetzt an erster Stelle um Deine Gesundheit. Wenn kein Urlaub möglich ist, gestalte Deinen Feierabend neu! Atme durch, halte inne und mach regelmäßig Pausen! Oftmals wollen wir bei größeren Projekten oder einer aktuellen Vielzahl an Aufgaben kämpfen, bis wir unser Ziel erreicht haben. Aber dann kann es gesundheitlich schon zu spät sein.

Entfliehe dem Hamsterrad! Sorge täglich für eine gute Balance aus Arbeit, einem erfüllenden Ausgleich und Ruhepausen. Ein belebender Ausgleich kann Sport und Bewegung, ein interessantes Hobby, eine Reise, Musik oder ein gutes Buch sein.

3. Überblick verschaffen

Grund für unsere Überforderung ist häufig eine dauerhafte Überlastung oder Zeitdruck. Wir haben entweder sehr viele kleine Baustellen oder stehen vor einer übermächtig erscheinenden Aufgabe, die uns innerlich lähmt. Schreibe wirklich alle Aufgaben aus dem Kopf auf ein Papier oder eine Liste, die Du später abhaken kannst. Dieser Vorgang entlastet Deinen Kopf und verschafft Dir einen Überblick. Du gewinnst neue Klarheit.

Häufig verzetteln wir uns in Multitasking oder wollen alles alleine schaffen. Wir haben den Eindruck, es allein besser und schneller erledigen zu können. Das ist eine Illusion. 

4. Prioritäten setzen

Frage Dich: Welche Aufgabe ist jetzt die Wichtigste? Dann konzentriere Dich auf diese Aufgabe und lasse andere Dinge für eine Zeit ruhen. Das verschafft Dir Freiräume für Deine Regeneration. Entscheide bewusst, welche Aufgabe(n) jetzt wirklich wichtig für Deine Ziele und Deinen Weg sind. 


5. Aufgaben delegieren

Anstatt alles allein schaffen zu wollen, empfehle ich gute Planung und Organisation! Habe Vertrauen und lasse los! Gib Aufgaben ab! Gemeinsam sind wir stark! Delegiere Arbeiten und Aufgaben an Kollegen, Freunde, Familie oder Partner. So hast Du mehr Zeit und Konzentration für Deine wirklich wichtigen Aufgaben und für Regeneration.


6. Das Gespräch suchen

Es erleichtert enorm, sich in überforderten Situationen den Frust und die Sorgen von der Seele zu reden. Rufe einen Vertrauensmenschen an oder treffe Dich mit Deinem besten Freund oder Freundin. Natürlich ist auch psychologische Unterstützung durch einen Profi empfehlenswert. Suche Dir mentale Unterstützung oder hole Dir Tipps für Deine Situation. Eine Außensicht auf Deine Lage kann wertvolle Erkenntnisse bringen. 

7. Erschöpfung nachgeben

Ausgebrannte Menschen müssen häufig ein großes Schlafdefizit kompensieren. Schlaf regeneriert unseren Körper und unseren Geist! Wenn Du jetzt öfter müde bist, häufiger Pausen benötigst oder einfach länger schlafen möchtest, kannst Du diesem Bedürfnis mit gutem Gewissen folgen. Schlaf ist unser wichtigster Energiespender und Grundlage für einen guten Start in den neuen Tag.

8. Die Kraft der Natur nutzen

Gehe in gestressten Phasen täglich raus in die Natur! Eine Stunde ist okay, besser ist allerdings ein Aufenthalt von 2 Stunden und mehr, wenn es sich einrichten lässt. Mache entspannte Spaziergänge im Wald oder fahre eine Runde mit dem Rad. Es lohnt sich, die Natur als sinnliches Erlebnis wahrzunehmen. Das hilft uns runterzufahren und sich selbst wieder zu finden. Je direkter der Kontakt mit der Natur ist, desto effektiver ist er!

9. Sich gut behandeln

Behandele Dich so, wie Du jetzt mit einem guten Freund/-in oder einem kleinen Kind umgehen würdest. Werde selbst Dein bester Freund. Sorge für einen positiven und aufbauenden inneren Dialog! Häufig gewinnt in Phasen der Überforderung unser innerer Antreiber und Kritiker die Oberhand. Doch Gedanken lassen sich ändern. Steuere mental bewusst mit verständnisvollen und aufbauenden Gedanken dagegen. 

10. Batterien neu aufladen und in Balance kommen

Nutze Deine persönlichen Entspannungsquellen! Neben dem Aufenthalt in der Natur kann es ein Saunabesuch, eine Meditation, eine Massage oder ein Entspannungsbad sein. Entfliehe täglich dem hektischen Treiben und finde zu neuer innerer Ruhe. Welche individuellen Maßnahmen uns persönlich gut tun, wissen wir selbst intuitiv am besten.

 

Ich wünsche allen Betroffenen eine schnelle und erfolgreiche Regeneration! Achte auf ein gesundes Maß an Belastung und versuche, bereits bei ersten Anzeichen wieder in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden. 

 

 

 

Häusliche Pflege von Menschen mit Demenz

„Gucken Sie mal Schwester, dieser Körper, dieses Gesicht – ist das nicht schön?“
Äußerung einer alten Dame mit Demenz bei der Körperpflege im Seniorenheim


Vor einigen Jahren habe ich neben meinem Vollzeitjob in Marketing & Kommunikation meine pflegebedürftige Mutter zu hause gepflegt. Ingesamt rund acht Jahre und sechs Jahre davon mit der höchsten Pflegestufe. Geschafft habe ich das zusammen mit einem pensionierten Nachbarn und dem mobilen Pflegedienst der Diakonie in Leverkusen.

Während dieser Zeit kam ich häufig an meine körperlichen und nervlichen Grenzen. Zudem einsetzendes Mobbing aufgrund fehlender Akzeptanz meiner Pflegetätigkeit brachte mich schließlich aus meiner Balance. Ich habe mich in dieser Zeit gekümmert und funktioniert und mich selbst dabei verloren.

Andererseits konnte ich viele wertvolle Lebenserfahrungen sammeln, die mich stärker gemacht und mich zu meiner heutigen Tätigkeit als Business Trainer und Coach geführt haben. Heute unterrichte ich Menschen und erarbeite gemeinsam mit ihnen erfolgreiche Strategien, wie sie trotz großer Herausforderungen nicht in Schieflage geraten.

Da ich mit dem richtigen Wissen im Umgang mit der einsetzender Demenz einiges hätte besser machen können, möchte ich pflegenden Angehörigen einige Praxistipps mit auf den Weg geben. Diese Checkliste für den Umgang mit Alzheimerkranken ist mittlerweile in vielen Seniorenheimen in unserer Region im Einsatz. Los gehts...

 

Validieren bedeutet akzeptieren

Validation ist eine einfühlsame Kommunikationstechnik für den Umgang mit Dementen. Über den Einsatz von Empathie ermöglicht sie eine Kommunikation auf Augenhöhe. Sie basiert auf Wertschätzung und ermöglicht es, dass sich der Betroffene wahrgenommen, ernstgenommen und verstanden fühlt. Das gibt Halt und  vermittelt ihm das Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit. Ihre persönliche Bindung zu dem Dementen wird gestärkt.

Der Begriff Validation entstammt dem englischen valid und bedeutet gültig. Akzeptieren Sie die Welt und die Realität des Demenzerkrankten genau so, wie sie sich Ihnen zeigt. Auch wenn sie stark von der uns vertrauten Realität abweicht. Erkennen Sie seine Welt vollständig an. Erklären Sie alles Erlebte für gültig! Es ist in Ordnung und darf so sein.

Menschen mit Demenz verlieren zunehmend die Orientierung in der Gegenwart. Sie leiden unter Sprach- und Koordinationsstörungen, fehlender zeitlicher und örtlicher Orientierung, Unruhe und Vergesslichkeit. Sie wirken häufig abwesend. Und auch die körperlichen Kräfte lassen nach. Es gibt dabei gute und schlechte Tage. In der Pflege nennt man sie die blauen und die grauen Tage.

Wenn ich vom dem Dementen spreche, meine ich selbstverständlich Mann und Frau!

 

20 Tipps für einen guten Umgang mit Dementen 

1. Tauchen Sie in die Welt des Erkrankten ein

Nehmen Sie die innere Welt des Erkrankten an und versuchen Sie, sich so gut es geht in diese hinein zu versetzen. Der Demente kann zunehmend weniger unsere aktuelle Gegenwart begreifen. Er fühlt sich in vielen Alltagssituationen hilflos und überfordert. 

Denken Sie daran, dass es sich bei Alzheimer und anderen Krankheitsformen, die zu Demenz führen, um schwere Krankheiten handelt. Nervenzellen im Gehirn sterben ab und der Zustand des Gehirns wird zunehmend schlechter. Ein schleichender Prozess.

2. Positiver Fokus auf das, was noch geht

Konfrontieren Sie Ihren Angehörigen nicht mit seinen Defiziten wie: „Früher wusstest Du doch, wie das Gerät funktioniert.“ Er bekommt es häufig genug selbst mit und fühlt sich zusätzlich verunsichert. Durch den fortschreitenden Abbau von Gehirnzellen gehen Wissen und Fähigkeiten verloren.

Konzentrieren Sie sich mit Ihrer Aufmerksamkeit auf das, was der Demente noch kann. Zeigen Sie Verständnis für seinen körperlichen und geistigen Zustand. Gemeinsame Aktivitäten können so leichter an noch vorhandenen Fähigkeiten ausgerichtet werden.

3. Wertgeschätzt, ernstgenommen und verstanden fühlen

Jeder möchte als Mensch und für seine Leistungen wahrgenommen werden und sich verstanden fühlen. Dabei erkennt der Erkrankte durchaus seine Defizite. Schenken Sie Ihrem Angehörigen Bestätigung und Wertschätzung. Loben Sie ihn für seine Erfolge. Unterstützen Sie ihn, indem Sie ihm immer wieder frühere Lebensleistungen berichten.

4. Eine Aufgabe geben

Geben Sie dem Dementen erfüllende Aufgaben, damit er sich wieder gebraucht fühlt. Im Zuge der Demenzerkrankung geht die Eigenständigkeit mehr und mehr zurück. Aufgaben schenken Erfolgserlebnisse, spenden Lebensfreude und neuen Lebenssinn. Tägliche Erfolge steigern das Selbstbewusstsein und geben persönliche Bestätigung:

Du bist doch eine so gute Köchin! Komm, lass uns zusammen etwas Leckeres kochen.

Du kennst Dich doch gut mit Pflanzen aus. Bitte berate mich heute im Gartencenter.

5. Gefühle werden nicht dement

Das Gefühlsleben bleibt bei Menschen mit Demenz und Alzheimer erhalten. Dies hat eine Studie der Universität Iowa ergeben. Demente empfinden Freude oder Traurigkeit, können aufgeregt, wütend oder fröhlich sein. Wenn Emotionen nicht mehr in Worten ausgedrückt werden können, hilft ein Blick auf die Körpersprache mit Gestik und Mimik. 

Menschen mit Demenz erfreuen sich an Musik, singen Liedertexte aus früheren Zeiten und bewegen sich im Takt der Musik. Grundstimmungen von Filmen übertragen sich, auch wenn Inhalte schnell vergessen werden. Obwohl Menschen mit Demenz zeitweise abwesend erscheinen, spüren sie, ob ihnen jemand wohl gesonnen ist oder nicht. Und sie freuen sich über Ihren Besuch, auch wenn sie es Ihnen nicht mehr zeigen können.

6. Feste Alltagsstrukturen und liebgewonnene Rituale pflegen

Veränderung stellt eine Bedrohung dar und macht Menschen mit Demenz Angst.
Daher sollte der Tagesablauf eine feste Struktur haben. Nutzen Sie vertraute Rituale. Das Brötchen mit Marmelade, die Tageszeitung oder die morgendliche Fernsehserie. So erfahren Menschen mit Demenz Sicherheit und Orientierung. Innerhalb dieses festen Rahmens können Sie dann für Abwechslung sorgen.

7. Nutzen Sie bekannte Wege und vertraute Ziele

Wenn Sie Ausflüge und Unternehmungen machen, sollten diese möglichst vertraut sein. Steuern Sie bekannte Ziele an und nutzen sie dafür Wege, die der Demente kennt. Ich selbst habe zum Beispiel anstelle der Wälder der gesamten Region nur noch vertraute Wälder für Spaziergänge aufgesucht. Das hat meiner Mutter Orientierung geschenkt.

8. Freiheit und Sicherheit 

Finden Sie für Ihren Angehörigen einen guten Kompromiss, ein Maximum an Sicherheit zu bieten und andererseits Freiheiten zu gewähren. Unser Leben ist bei eigenständigen Aktivitäten immer mit gewissen Risiken verbunden. Entschärfen Sie Gefahrenquellen wie spitze Gegenstände oder Sturzmöglichkeiten durch Teppiche oder glatte Böden und schaffen Sie freie Zugänge.

Statten Sie Ihren Angehörigen mit einem Büchlein aus, in dem seine wichtigsten Daten und Informationen stehen und das er bei sich tragen kann. Inklusive Wohnanschrift, wichtige Angehörige, Telefonnummern etc. Es dient in Notfällen sowohl der Orientierung fremder Personen als auch der des Erkrankten selbst.

9. Entscheidungen leicht machen

Machen Sie Entscheidungen leicht. Stellen Sie einfache Fragen: „Möchtest Du Kaffee oder Tee?" Wenn Fragen nicht mehr verstanden werden, stellen Sie einfach die Dinge zur Auswahl vor die demente Person, so dass sie drauf zeigen kann.

10. Kommunikation auf Augenhöhe

Gehen Sie im Gespräch mit Ihrem Angehörigen sowohl mit Worten als auch körperlich auf Augenhöhe. Zeigen Sie Respekt! Sprechen Sie Rollstuhlfahrer nicht von oben an, sondern gehen Sie in die Knie oder setzen Sie sich auf einen Stuhl. Kommunikation braucht Empathie, damit sich der Betroffene verstanden und ernstgenommen fühlt. 


11. Einfach, deutlich und verständlich

Sprechen Sie in kurzen Sätzen! Betonen Sie klar und verständlich und sprechen Sie angemessen langsam. Berücksichtigen Sie auch eventuelle Hörgeräte und schauen Sie, ob diese mit aufgeladener Batterie eingesetzt sind. Gestalten Sie Ihre Sätze ebenso einfach wie Ihre gemeinsamen Aktivitäten. Nach dem Motto: Keep it simple!

12. Immer mit Blickkontakt ansprechen

Sprechen Sie Menschen mit Demenz nicht von hinten oder aus einem anderen Zimmer heraus an. Sie bilden einen sogenannten Tunnelblick aus. Ereignisse rechts und links von ihnen werden im Blickfeld nicht mehr wahrgenommen, was zu Schreckmomenten führen kann. Auf Augenhöhe und mit direktem Blickkontakt fühlt er sich angesprochen. 

13. Demente springen zwischen den  Zeiten

Menschen mit Demenz springen oft zwischen Ereignissen aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Sie flüchten in ihrem inneren Erleben in Zeiten der Vergangenheit, die ihnen mehr Halt und Sicherheit bieten. Im gegenwärtigen Alltag fühlen sie sich häufig überfordert. Die Flucht in bessere Zeiten der Vergangenheit kann helfen, sich besser wahrnehmen und orientieren zu können. Aktuelles und Vergangenes können sich in der Welt des Dementen vermischen. Versuchen Sie dieser Zeitreise empathisch zu folgen. 

14. Die Vergangenheit gewinnt an Bedeutung 

Stellen Sie sich das Gedächtnis eines Alzheimerkranken wie eine Wasserflasche vor. Das Wasser ganz unten in der Flasche ist die Vergangenheit. Es ist tief drin und häufig bis in kleinste Details präsent. Das Wasser obenauf ist die Gegenwart. Wenn man die Flasche ausschüttet, fließt dieser Teil sofort heraus. Das bedeutet: Ereignisse aus der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit werden schnell vergessen. Dagegen sind alte Liedertexte oder frühere Erlebnisse oft vollständig im Gedächtnis erhalten geblieben.

15. Nicht persönlich nehmen

Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn Demente bösartig werden oder Schimpfworte fallen. Emotionen werden nicht selten grob und sehr direkt ausgedrückt. Sie liegen in der Biographie des Erkrankten begründet und wurden früher häufig unterdrückt. Auch Schuldzuweisungen haben immer mit dem Kranken selbst zu tun und nicht mit Ihnen. Demente müssen häufig Andere beschuldigen. Es ist Teil ihrer inneren Aufarbeitung.

Manchmal werden Gegenstände versteckt, die Symbolcharakter für das Leben des Dementen haben. Schmuck, Alltagsgegenstände, Geld oder schöne Kleidung, die für unerfüllte Träume im Leben stehen und die jetzt aufgearbeitet werden möchten. 

„Heimlich ist schön!“ Äußerung einer alten Dame mit Demenz während der Pflege

16. Sichtbare Gefühle in Worten ausdrücken

Bestätigen Sie gezeigte und erkennbare Emotionen mit Ihren Worten. "Du bist ganz schön sauer. Das ärgert Dich!" oder "Du bist traurig. Das ist zu viel für Dich" oder "Heute bist Du müde. Das ist aber auch ein müdes Wetter." Der Demente fühlt sich wahrgenommen und verstanden.

Fragen Sie wehmütige Menschen, wie es ihnen geht, wann das Erlebte war und wie sie es erlebt haben. Geben Sie in der traurigen Stimmung dem Dementen die Möglichkeit, seine schlimmen Erlebnisse auszudrücken, um sie so verarbeiten zu können. 

17. Nicht diskutieren – nicht streiten!

Menschen mit Demenz sind zu sachlichen Diskussionen häufig nicht mehr in der Lage. Korrigieren Sie nicht und stellen Sie Keinen bloß! Nach dem Motto: "Das habe ich Dir doch schon zehnmal gesagt" oder „Warum weißt Du das denn nicht mehr?" Fragen Sie nicht mit Wieso und Warum.

Und streiten Sie bitte nicht, auch wenn Sie sich im Recht fühlen. Es bringt Ihnen Beiden nichts und verunsichert lediglich. Sprechen Sie verbindend und nicht trennend.

18. Für sinnliche Erlebnisse sorgen

Demenz bedeutet übersetzt sinngemäß "weg vom Geist". Mit unserem sachlogischen Verstand und in Diskussionen erreichen wir demente Personen in aller Regel nicht mehr. Kontakt herstellen können wir dagegen über liebevolle Zuwendung, das Reichen einer Hand, eine liebevolle Umarmung, Humor und gemeinsames Lachen.

Sinneswahrnehmungen erlangen mit zunehmender Krankheit eine größer werdende Bedeutung. Die Arbeit mit Farben, Musik, Gesang, Geschmack, Fühlen oder Riechen hilft den Erkrankten bei der eigenen Wahrnehmung. Deshalb wird in der Betreuung in Seniorenheimen sehr viel mit der Wahrnehmung über unsere fünf Sinne gearbeitet. Fühlen von Gegenständen, altvertraute Lieder singen oder Lieblingsfotos anschauen. 
 

19. Keine Versprechungen für die Zukunft

Bitte keine Zukunftsbotschaften aussprechen wie: "Deine Tochter kommt am nächsten Wochenende." Der Demente könnte Sie danach alle paar Minuten nach der Tochter fragen und sich Hoffnungen oder Sorgen machen. Und Sie dürften darauf antworten. Zukunftsorientierung geht im Zuge der Krankheit immer mehr verloren. Mein Tipp: Sagen Sie am Tag des Erscheinens: "Schau mal, wer da gerade gekommen ist..."

20. Mit den inneren Augen sehen

Demente Personen sehen ihre Welt mit ihren inneren Augen. Wenn ein Herr mit 85 Jahren heim zu seiner Mama möchte, dann ist das keine Halluzination, sondern seine aktuelle Realität. Fragen Sie ihn, wie er seine Mama sieht und wie er dabei fühlt?

Bestätigen Sie Wünsche und Bedürfnisse ohne ihn anzulügen. Einfühlsame Empathie bedeutet auch schon mal kreative Phantasie. Entwickeln Sie Verständnis! Versuchen Sie sich in die inneren Augen des Dementen einzuloggen. Auch eine einfühlsame Ablenkung kann helfen, so dass sich Ihr Angehöriger wieder beruhigt und sicher fühlt.

 

Praxisarbeit im Kurzfilm

Zuletzt möchte ich Ihnen zur besseren Veranschaulichung noch einen kurzen Film aus der Arbeit in Seniorenheimen zeigen. Bitte klicken Sie hier.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit mit Ihrem dementen Angehörigen. Mein ganz persönlicher Tipp: Verlieren Sie bei allem Leid nicht Ihr Lachen und Ihren Humor.

Und denken Sie als pflegender Angehöriger auch an sich, um immer wieder Kraft und Energie zu tanken. Holen Sie sich professionelle Unterstützung, denn gemeinsam fällt diese Zeit deutlich leichter. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

 

 

 

Der Weg zur gesunden Abgrenzung

Alles was wir hören ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles was wir sehen ist eine Perspektive, keine Wahrheit - Marcus Aurelius


Die Geschichte einer Frau hin zu einer erfolgreichen Abgrenzung.

Wenn ich an frühere Zeiten denke, muss ich mir eingestehen, dass ich mich nicht auf eine gesunde und natürliche Art nach außen abgrenzen konnte. So war ich jahrelang in einem überlasteten und gestressten Zustand. Ich hatte das Gefühl, ich müsse jeder Bitte von anderen Menschen gerecht werden.

Zusätzlich bot ich mich auch für Wunscherfüllungen an, die ich bei anderen zu erraten glaubte. Da musste eine ferne Bekannte nur stöhnen: „Nächsten Samstag ist doch mein Umzugstag. Kannst Du mir nicht beim Packen helfen?" Reflexartig sagte ich: "Natürlich, ich helfe dir gerne!"

Anstatt mich von der Woche zu erholen, packte ich dann müde und schwitzend fremde Sachen in riesige Kartons, putzte schmutzige Badewannen und kochte Spaghetti für das gesamte Umzugsteam. Nicht, dass an Hilfsbereitschaft etwas falsch ist, aber sie kam nicht immer von Herzen! Ich erfüllte lediglich die Erwartung anderer und glaubte, ich würde ihre Liebe verlieren, wenn ich nicht zu ihren Diensten stünde.



Uups... ein Nein von mir

Im Lernprozess zu einer besseren Abgrenzungsfähigkeit kam dann der Punkt, an dem ich endlich auch mal „nein“ zu sagen konnte. In meinem Innern herrschte dabei eine emotionale Mischung aus Verlustangst und Gedanken an einen gesunden Selbstschutz. Es war für mich wie eine neue Erfahrung, eine Entscheidung für mich selbst zu treffen.

Die echte felsenfeste Güte muss am rechten Ort auch "nein" sagen können.         Friedrich von Schiller


Später fiel ich vom ewigen Ja-Sager ins andere Extrem und blockte fast alles ab, was an mich heran getragen wurde. Gleichzeitig lieferte ich lange Erklärungen und Rechtfertigungen: „Ich würde ja gerne helfen, aber aus dem und dem Grund geht es leider nicht.“ Anschließend war ich wütend auf mich selbst, dass ich nicht einfach kurz und entspannt sagen konnte: "Sorry, das geht heute leider nicht."

Innere Ruhe und Zufriedenheit 

Mittlerweile bin ich ganz zufrieden mit meiner Fähigkeit zur persönlichen Abgrenzung. Meistens bleibe ich in kritischen Situationen innerlich und äußerlich ruhig. Fühle ich mich jedoch überfordert, falle ich wieder in meine alten Verhaltensmuster zurück. Dabei schlagen die Gemütswellen gegenüber früher in mir weniger hoch. Ich finde schneller zurück zu innerer Ruhe, zu meiner inneren Mitte.

Konkret sieht das so aus: Jemand aus meinem Bekanntenkreis möchte, dass ich ihm oder ihr helfe. Dabei spüre ich intuitiv die unausgesprochene Bitte: "Ich wäre sehr enttäuscht, wenn Du nicht kommen würdest".

Ich beginne, innerlich zu rotieren und merke, wie alte Gedanken wieder hochkommen. Dieses gefühlte Drama kann ich in vielen Fällen noch nicht auf Knopfdruck abschalten. Es ist immer noch wie ein Wirbelsturm in mir.
 In solchen Momenten halte ich inne und atme erst einmal tief durch. Ich gebe mir die Chance, diese innere Welle abebben zu lassen, bis ein Zustand der Ruhe und Erleichterung einkehrt.

Ich kann, aber Ich MUSS nicht

Ich sage mir selbst: „Ich MUSS ja nicht! Niemand kann mich zwingen zu helfen. Es liegt ganz bei mir. Ich entscheide mich erst, wenn ich innerlich zur Ruhe gekommen bin. Dann spüre ich meine souveräne Entscheidungsfähigkeit. Das, was ich wirklich will! Manchmal bitte ich auch um etwas Zeit für meine Antwort. Ich sage: „Ich schaue später in meinen Kalender und sage Dir bescheid.“

Wichtige Kriterien sind dabei sicherlich der Grad der Freundschaft und der Blick auf eine gesunde Balance aus Geben und Nehmen. Meine Entscheidung wird zu einer echten Herzensentscheidung!

Meine Kräfte, meine Grenzen

Eine wichtige Erkenntnis in meinem Lernprozess war: Die Unfähigkeit, mich frei zu entscheiden und mich selbst zu schützen hatte nichts mit den Menschen zu tun, die etwas von mir wollten. Es waren meine alten Denkmuster, die sich mein gesamtes Leben durchgezogen haben. Ich zog die Situationen beinahe magisch an, denn andere hatten mich schnell durchschaut. Erst Krankheit und chronische Erschöpfung brachten mich dazu, einen Schlussstrich zu ziehen.

Ob es in Zukunft noch einfacher wird? Ich weiß es nicht! Aber ich bin sehr zufrieden mit dem, das ich inzwischen erreicht habe. Ich habe gelernt "nein"' zu sagen und dabei innerlich gelassen zu bleiben. Heute bin ich immer noch ein hilfsbereiter Mensch, erkenne allerdings meine Grenzen und schütze mich im richtigen Augenblick selbst.

Nicht so schlimm wie gedacht... aber mit vielen Vorteilen!

Zu meinem anfänglichen Erstaunen habe ich die Liebe und Wertschätzung meiner wichtigsten Mitmenschen zu keinem Zeitpunkt verloren. Auch wenn sie zuerst von meiner Reaktion - meinem Nein - überrascht waren. Und zugegeben, ein paar Menschen habe ich mittlerweile aus den Augen verloren. Diese waren lediglich an meiner selbstlosen Unterstützung interessiert und weniger an mir als Mensch. Diese Kontakte vermisse ich heute nicht mehr.

Ich habe zu einem besseren Selbstwertgefühl gefunden. Und anstelle einer selbstlosen Aufopferung ist ein respektvolles Miteinander auf Augenhöhe getreten.
     

Das Erlernen einer besseren Entschiedenheit und Abgrenzung geht nur in Minischritten, mit Zeit und Geduld. Dafür allerdings umso erfolgreicher. Es lohnt sich! 

  

 

Stress ade: Meine Top 12 Nervennahrung

"Gesundheit hat viel mit selber ausprobieren zu tun. Wenn etwas nicht funktioniert, dann probiere etwas anders. Und wenn es hilft, dann mach mehr davon." D. Albisser

Stress erhöht den Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Damit unser Immunsystem reibungslos funktionieren kann, raten Experten, den Speicher rasch wieder aufzufüllen. Gerade an stressigen Tagen hat unser Körper einen erhöhten Nährstoffbedarf an den lebenswichtigen Vitaminen B, C und E sowie den antistress Mineralstoffen Magnesium, Kalium, Selen, Eisen, Kupfer, Mangan und Zink. Sie stärken unser Nervensystem und schützen uns wirksam vor erhöhter Reizbarkeit, Müdigkeit und Antriebsschwäche.

Gesunde Energielieferanten für unser Gehirn

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren bringen nicht nur Power, sie wirken sich auch günstig auf unsere Gehirnfunktionen aus. Omega-3-Fettsäuren sind lebenswichtige Bausteine für unsere Nervenzellen, die der Körper nicht alleine produzieren kann. Die Zufuhr über unsere Nahrung ist daher unerlässlich.

Omega-3-Fettsäuren finden wir in Fischarten, wie Lachs, Makrele und Hering. Ferner in Raps- und Walnussöl sowie in gesundem Leinöl. Müslifreunden empfehle ich Chia-, Hanf- und Leinsamen. Auch Walnüsse enthalten diesen gesunden Energieträger und sind daher als Snack eine sehr gute Wahl. Und vielleicht überraschend: Auch in grünem Blattgemüse, Salat, Kräutern und Wildkräutern stecken wertvolle Omega-3-Fettsäuren.

 

Top 12 bei Stress und hoher Leistungsanforderung

1. Nüsse, Samen und Kerne

Ein gut sortierter Nussmix ist die perfekte Gehirn- und Nervennahrung. Ob Walnüsse, Cashews, Haselnüsse, Mandeln oder Paranüsse. Auch Pistazien als Feierabendsnack sind sehr zu empfehlen. Dazu ein paar gesunde Rosinen. All diese Energiespender enthalten sehr viele nerven- und konzentrationsstärkende Vitamine und Mineralstoffe. 

Auch Samen und Kerne beinhalten viele wertvolle Nährstoffe und Mikronährstoffe für ein starkes Nervenkostüm. Samen und Kerne, wie Leinsamen, Sesam, Chia-Samen, Hanfsamen, Sonnenblumenkerne oder gesunde Kürbiskerne sind wahre Booster für dein morgendliches Müsli oder deinen abendlichen Salat. Gesunde Superfoods!


2. Haferflocken und Vollkornprodukte

Haferflocken und Vollkornflocken im morgendlichen Müsli sind sicherlich ein top Tipp für einen guten Start in den Tag! Vollkornprodukte versorgen unser Gehirn über einen langen Zeitraum gleichmäßig mit Energie. Auch der gesunde Energieschub vom Hafer hält lange vor und schützt vor Heißhungerattacken! Nährstoffreich und nervenstärkend! 

Wie wäre es zum Frühstück mit einem zuckerfreien Vollkorn-Basismüsli, gesüßt mit Honig und mit Milch, Quark und / oder Naturjoghurt. Magerquark lässt sich mit einem Schuss Mineralwasser cremig aufschlagen. Das schenkt uns zusätzliche Proteine mit wertvollem Kalzium und Magnesium.

3. Bananen

Bananen sind echte Glücksbringer :-) Sie enthalten viel Tryptophan, eine Aminosäure, die unser Körper zu dem Glückshormon Serotonin umwandelt. Dazu Vitamin B6 und die Mineralstoffe Magnesium, Kalium und Phosphor. Zum Vitalstart in den Tag oder als Powersnack am Nachmittag für die zweite Halbzeit ein hochkarätiger Energiespender.


4. Avocado

Die Avocado ist ein Wundermittel gegen Stress. Sie liefert unserem Gehirn Energie und bringt uns auf gedankliche Höchstleistung. Vitamin B1, Magnesium und Kalium tragen zu einer Steigerung der Konzentration und zur Stabilisierung des Nervensystems bei.


5. Fische mit Omega 3

Fettreiche Fischarten, wie Lachs, Hering, Thunfisch, Sardelle, Sardine und Makrele sind reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren. Die positive Wirkung auf unser Gehirn und unsere Nervenzellen wurde oben bereits erläutert. Führende Ernährungsexperten und Ärzte raten zu mehreren Fischmahlzeiten in der Woche. Generell ist Fisch sehr gesund!


6. Dunkle Schokolade

Kakao ist gerade in dunklen Wintermonaten als Glücksspender bekannt. Kakao macht nicht nur glücklich, es beruhigt und senkt die Produktion des Stresshormons Cortisol. Der Eiweißbaustein Tryptophan wirkt zudem ausgleichend in stressigen Situationen. Probieren Sie zur Abwechslung mal eine gute Schokolade mit 70 - 80 % Kakaoanteil.

7. Beeren stark

Eine gesunde Nervenstärkung im Obstsalat, im Dessert oder im morgendlichen Müsli bilden frische Beeren. Erdbeere, Heidelbeere, Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Holunder oder Aroniabeere. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei.

8. Paprika

Paprika enthält rund doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen. Insbesondere roter Paprika liefert sehr viel gesundes Karotin, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium und Eisen. Eine super Kombination zur Bekämpfung aufkommender Müdigkeit am Nachmittag!

9. Take five: Brokkoli, Spinat, Grünkohl, Rotkohl und Süßkartoffel

Dank ihres hohen Anteils an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen fünf echte Abwehrbollwerke für unser Nervensystem. Zubereitungstipp: Spinat und Brokkoli kurz dünsten statt zu kochen. So bleiben besonders viele Nährstoffe erhalten. Top gesund!

10. Wertvolle Pflanzenöle

Wertvolle Fettsäuren unterstützen unser Nervensystem. Rapsöl, Kokosöl, Sesamöl, Olivenöl zum Kochen und Braten oder Walnussöl, gutes Leinöl und Kürbiskernöl für kalte Speisen geben den Gerichten den entscheidenden Vitalkick. Sie können auch täglich einen Löffel Hanföl mit dem besten Omega 3-6-9 Verhältnis zu sich nehmen.

11. Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte, wie Erbsen, Bohnen oder Linsen enthalten besonders viele wertvolle Proteine. Deren Aminosäuren sind wichtige Baustoffe, die dem Körper regelmäßig zugeführt werden müssen. Insbesondere bei starker geistiger und körperlicher Anstrengung. Wie wäre es mit einer leckeren Linsen-, Bohnen- oder Erbsensuppe?

12. Kaffee

Diese Information verwundert sicherlich viele Leser, aber es stimmt tatsächlich: Koffein in Maßen getrunken ist wirksam gegen Stress. Es blockiert die Bindungsstelle für die Substanz Adenosin, die für die Entstehung von Stresssymptomen bekannt ist. Wer nicht mehr als drei Tassen pro Tag trinkt, der leistet für sich einen nervenschonenden Beitrag.

 

  

 

Stresslösung gesucht?

"Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen." - Mahatma Gandhi 


Stress wird von Jedem von uns individuell wahrgenommen und genau so individuell ist auch die Stressbewältigung. Hier findest Du 20 wirksame Tipps für herausfordernde Stresssituationen. Teste die für Dich passenden Tipps in der Praxis und finde so nach und nach Deine persönlichen Favoriten. Denn innere Ruhe und Gelassenheit führt nachhaltig zu Gesundheit, Lebensfreude und Erfolg!

1. Frische Luft und Sonnenlicht tanken

Bei einem Spaziergang an der frischen Luft werden Kopf, Organe und Muskeln mit frischem Sauerstoff versorgt. Das schafft einen klaren Kopf und schenkt neue Energie. Konzentration und Leistungsvermögen steigen an! Zusätzlich sorgt das Sonnenlicht für die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin und kurbelt die Vitamin D Produktion über die Haut an. Täglich eine halbe Stunde an der frischen Luft ist ein wunderbares Antistressmittel und ersetzt so manchen Doktor.

2. Die Kraft der Natur nutzen

In der Natur ist der Mensch in seinem natürlichen Element. Wir tanken Energie und bauen Stress ab. Ob im Park oder im Wald, in den Bergen oder am Meer. Ein Aufenthalt in der Natur senkt nachweislich den Blutdruck und stärkt unser Herz-Kreislauf-System. Über Signale des Gehirns werden Glückshormone produziert und Stresshormone abgebaut. Wir werden insgesamt entspannter und gelassener. Die Stimmung steigt! Weitere Tipps: Betrachte achtsam und bewusst die vielen kleinen Wunder der Natur. Sie schenken uns kostenfrei viele Glücksmomente. Und schaue auch in die Ferne! Von einem Berg aus, über weite Felder und Wiesen oder über das Meer hin zum Horizont.

3. Gesunde Nascherei

Nüsse sind wahre Kraftpakete und gut für die Nerven. Sie sind randvoll mit wichtigen Nährstoffen. Die meisten Nüsse haben einen hohen Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Nüsse enthalten viel Vitamin B und E. Und wir finden in Nüssen die wichtigen Antistress-Mineralstoffe und Spurenelemente Magnesium, Kalium, Phosphor, Kupfer, Eisen, Selen und Zink. 

4. Kontakte pflegen

Alleine bleiben wir häufig in Grübelei und negativen Gedankenkarussell hängen. Suche lieber die Geselligkeit von netten Menschen. Aus der Familie oder dem Freundeskreis. Gehe ein Eis essen oder einen Cappuccino trinken und komme bei einem guten Gespräch und gemeinsamem Lachen in eine bessere Stimmungslage. 

5. Neue Einstellung gegenüber Stress

Manchmal leichter gesagt als getan, allerdings ein ganz entscheidender Punkt. Stress ist subjektiv und manche Menschen bleiben in Situationen ruhig, in denen andere aus der Haut fahren könnten. Frage Dich in ruhiger Stunde, ob der Einkauf oder der Haushalt wirklich stressen muss? Oder ob wir regelmäßig im Straßenverkehr die Nerven verlieren müssen. Trainiere Dich ruhiger und achte auf ein gesundes Maß an täglicher Belastung. Weniger ist für die Nerven häufig mehr! Und gut ist gut genug!

6. Jeden Tag ein Zeit-für-DICH-Ritual 

Achte darauf, dass Dein Tag nicht nur aus Pflichten und Aufgaben besteht. Tue Dir täglich etwas Gutes! Das kann ein schönes Hobby sein oder ein beruhigendes Ritual. So haben wir auch an stressigen Tagen einen „privaten Termin“, auf den wir uns freuen dürfen. Ob bei guter Musik, bei einem guten Buch, einem Glas Rotwein oder einem Entspannungsbad nach Feierabend. Hier kennst Du ganz bestimmt die beste Antwort für Dich selbst.

7. Meditation oder Entspannungstechniken nutzen

Messbar wirkungsvoll und wissenschaftlich anerkannt sind Entspannungstechniken für Körper, Geist und Seele. Ob Entspannungsmusik, Atemmeditation oder eine geführte Fantasie- oder Traumreise. Ob Yoga oder Qi Gong, Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training. Es existiert eine Vielzahl guter Entspannungsmöglichkeiten. Probiere ein paar davon aus und schaue, ob etwas Passendes für Dich dabei ist.

8. Sportlich auspowern

Beim Sport gesund auspowern, anschließend kurz in die Sauna und dann mit einer wohltuenden Müdigkeit nach hause fahren. Für viele Menschen das beste Antistressmittel nach einem herausfordernden Tag.

9. Belebende Schweißperlen

Für viele Menschen sind Sauna & Wellness eine wahre Wohlfühloase. Die Hitze bringt den Kreislauf auf Trab, fördert die Durchblutung der Haut und regt das Immunsystem an. Vor allem aber entspannt der Wechselreiz aus Wärme und Kälte Körper und Seele und macht angenehm müde. Ich selbst fühle mich nach einem Saunatag häufig wie neu geboren.

10. Anspannen und entspannen

Dieser Blitztipp stammt aus der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen. Spanne für ca. 10 Sekunden so viele Muskelgruppen im Körper wie möglich gleichzeitig an. Dann lasse los. In Stresssituationen sind viele Körperpartien angespannt. Besonders Schultern oder Gesichtsmuskeln, wie Kinn, Augen oder Stirnbereich sind betroffen. Durch die Anspannung und anschließende Entspannung können diese Partien gelockert werden.

11. „Die schlaffe Socke“

Diesen Tipp habe ich aus dem Buch von Dale Carnegie. Schüttele Deinen Körper mit seinen Muskelgruppen ordentlich durch. Versuche dabei einen Körperzustand zu erreichen, der einer schlaffen Socke gleicht. Wandere gedanklich durch Deinen Körper und schaue, welche Bereiche angespannt sind. Diese gilt es gezielt zu lockern.

12. Die zwei Gedankenschlösser

Dies ist ein weiterer Entspannungstipp aus dem Erfolgsbuch "Sorge Dich nicht - lebe!" Kaufe Dir in Gedanken zwei Schlösser. Hänge eines davon vor Deine Vergangenheit und das andere vor Deine Zukunft. Löse Dich von den einschränkenden Prägungen, Glaubenssätzen und negativen Erfahrungen Deiner Vergangenheit und sorge Dich nicht zu sehr um Deine Zukunft. Natürlich dürfen wir träumen und konstruktiv die Zukunft und den nächsten Tag planen. Dann kehre zurück ins hier und jetzt. Lebe HEUTE und gebe Dein Bestes. Das macht frei!

13. Tief einatmen - langsam ausatmen

Menschen atmen in angespannten Situationen meist hektisch und flach. Somit werden die Organe nicht optimal mit Sauerstoff versorgt und schlechtes Kohlendioxid wird nur unzureichend abgegeben. Atme ein paar Mal ruhig und tief in Deinen Bauch ein, so dass sich dieser nach außen wölbt. Für eine gute Entspannung sollte die Ausatmung länger als die Einatmung sein. Beispielsweise vier Sekunden einatmen und acht Sekunden ausatmen.

14. Power Napping für einen vitalen Neustart

Gönne Dir im Mittagstief eine revitalisierende Schlummerpause. Power Napping ist der moderne Ausdruck für ein kurzes Mittagsschläfchen von 10 bis 20 Minuten. Dies sorgt für Stressabbau und eine bessere Stimmung. Die Leistungsfähigkeit wird so um ein Drittel gesteigert und die Aufmerksamkeit für den Nachmittag verdoppelt sich sogar. Allgemein ist Schlaf einer unserer wichtigsten Energielieferanten und Stressbekämpfer. Je nach Person, Tätigkeit oder aktueller Situation kann der Schlafbedarf stark variieren.

15. Trinke täglich mindestens 1,5 l Wasser

Wasser sorgt für eine gute Durchblutung von Kopf und Gehirn. Unser Gehirn selbst besteht zu 80 – 85 Prozent selbst aus Wasser. Daher ist es wichtiger Grundbestandteil. Reduziere in stressigen Phasen lieber Ihren Kaffeekonsum und trinke Wasser oder ungesüßten Tee. Kleine Hilfe: Stelle Dein Getränk in Sichtweite auf, dann fällt es leichter, daran zu denken.

16. Den Humor bewahren

Glücksforscher raten zu regelmäßigem herzhaften Lachen. Lachen regt Gehirnzentren an, die für Gelassenheit und Selbstbewusstsein zuständig sind. Lachen hat einen ähnlichen Gesundheitseffekt wie Sport oder Meditation und wir erhalten zusätzlich eine gewinnende Ausstrahlung. Hier können wir von den Kindern lernen. Während Kinder mehrere hundert Mal am Tag lachen, kommen wir Erwachsenen durchschnittlich gerade mal auf 15 Mal.

17. Reize reduzieren

Reduziere in stressigen Zeiten bewusst die einfließenden Reize auf unser Gehirn. Achte auf ein gesundes Maß an Handynutzung, Internet, Social Media, Online Spielen, E-Mails, What’s app oder Fernsehen. Dein gestresster Kopf braucht jetzt etwas Ruhe!

18. NEIN sagen lernen

Gerade gutmütige und fürsorgliche Menschen können häufig schlecht NEIN sagen. Diese Fähigkeit sollte man sich allerdings im Laufe eines Lebens angewöhnen, um nicht am Ende ausgenutzt und ausgebrannt dazustehen. Analysiere bewusst die Situationen, in welchen andere etwas von Dir wollen. Erkenne, wer an Dir als wertvoller und unterstützender Mensch oder lediglich als günstige und gutmütige Arbeitskraft interessiert ist. Geben und Nehmen sollten in einem guten Verhältnis sein.

19. Gedanken beruhigen

In stressigen Situationen sind wir häufig in einem negativen Gedankenkarussell. Bitte unterdrücke diese Gedanken nicht! Damit erreichst Du genau das Gegenteil. Schaue sie Dir an, akzeptiere sie und schaue, woher sie kommen. Was wollen sie Dir sagen. Sei an dieser Stelle sehr ehrlich zu Dir selbst. Sage Dir: JA, ich habe diesen Gedanken und dieses Gefühl. Ich sehe und akzeptiere ihn so wie er ist, auch wenn er schmerzt. Ich "freunde" mich sogar mit diesem Gedanken an und mache mir selbst Mut. Ja, ich erkenne meine Angst und Sorge, aber ich schaffe das! Später ersetze negative durch positive Gedanken. So können sich negative Gedanken langsam auflösen.

20. Das Zauberwort Stopp

Eine andere bekannte und anerkannte Methode zur Beruhigung der Gedanken ist diese: Sage Dir bei aufkommenden negativem Gedankenkarussell gedanklich oder auch laut immer wieder das Wort Stopp! Und kehre dann bewusst in den jetzigen Moment zurück. Und wenn Du nach einigen Minuten wieder in die negativen Gedanken verfällst, sage erneut Stopp! Oder auch Stopp, stopp, stopp, stopp stopp!! Unser Geist und unser Unterbewusstsein reagiert auf dieses Wort sehr sensibel. Denken Sie nur an Ihre Erziehung oder die Erziehung Ihrer Kinder. Wie oft verwenden wir hier in Gefahrensituationen das Wort Stopp! Wir reagieren sehr schnell darauf und können dann bewusst ins Hier und Jetzt zurückkehren.