Tipps bei Mobbing am Arbeitsplatz

Love it, change it Oder leave it - Liebe es, verändere es oder verlasse es


Schätzungen zufolge werden rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland gemobbt. Die Opfer sehen sich über einen längeren Zeitraum gezielten Angriffen ausgesetzt. Werden systematisch und psychisch gequält. 

Mobbing kann jeden Mitarbeiter treffen! Du kannst so sein oder dich so verhalten, wie Du willst. Ob kompetent oder nicht, freundlich oder nicht. Völlig egal! Die Folgen sind dramatisch: Schlaflose Nächte, stressbedingte Anspannung und das Gefühl der Hilflosigkeit und Ohnmacht gegenüber diesen andauernden Angriffen. 

Das Ziele der Mobber sind fast immer die gleichen: Kündigung oder Versetzung des Mobbingopfers. Dieser wünscht sich meist die alten harmonischen Zustände zurück. Möchte Frieden und Gerechtigkeit erfahren, die sich allerdings nicht mehr einstellen. Die Gemobbten sind häufig sehr gewissenhafte gute Mitarbeiter, die aufgrund einer bestimmten Eigenschaft und begleitender eigener Unsicherheit zum Opfer werden.

Die Mobbingtäter verfolgen bei ihrem Vorgehen ausschließlich eigene Vorteile und Interessen. Die Gründe dahinter sind oft Neid, Macht und Konkurrenzdenken. Um sich selbst stark zu fühlen und sich zu erhöhen, müssen sie Andere erniedrigen. Häufig stecken eifersüchtige und stark leistungsorientierte Menschen dahinter, die allerdings zwischenmenschlich ebenfalls eher unsicher und konfliktscheu sind.

Beide Parteien tragen ihren Anteil an diesem ungleichen Duell. Positiv bedeutet das, dass auch das Mobbingopfer aktiv an seiner zukünftigen Rolle arbeiten kann. Hier kommen acht Tipps, wie das Mobbingopfer besser mit seiner Rolle umgehen kann. 

 

Acht Abwehrtipps bei Mobbing am Arbeitsplatz

1. Mache den ersten Schritt

Je nach körperlicher und psychischer Verfassung verlangt dieser Tipp viel Courage. Verlasse die Opferrolle und nimm das Heft selbst in die Hand. Das erfordert Mut und innere Stärke. Schuldzuweisungen dem Mobber, der Firma, den Umständen oder gar Dir selbst gegenüber bringen Dich nicht weiter. Konzentriere Dich auf Lösungen für Deine Situation und mache den ersten Schritt!

Spreche an einem für Dich guten Tag den Mobber offen vor Zeugen oder versammelter Mannschaft auf die Situation an. Mobber agieren selbst häufig aus der Deckung heraus. Zeige innere Stärke und ziehe ihn aus seiner Deckung heraus. Stelle ihn zur Rede. 

2. Suche die Schuld nicht bei Dir

Mobbingopfer leiden häufig an einem geringen Selbstwertgefühl. Das bringt sie nicht selten dazu, die Hauptschuld bei sich zu suchen. Stärke Dein Selbstbewusstsein und Dein Selbstwertgefühl, um zukünftig souveräner mit stark fordernden Situationen umzugehen. Ziehe Dich über Schuldgefühle nicht noch weiter runter, das macht die Lage nicht besser. Baue Dich mental auf! Ein dickes Fell macht Dich sicherer und freier.

3. Fordere Respekt ein - ziehe Grenzen!

Der Mobber möchte Dich bewusst klein halten. Solange Du weiter nachgibst, fühlt sich der Täter zusätzlich gestärkt. Gestehe Dir ein: Die Situation ist nicht gut und Du kannst häufig nur noch gewinnen. Deshalb trete von jetzt ab selbstbewusster auf. Setze Dich respektvoll zur Wehr und schaue, wie der Mobber darauf reagiert.

Fordere faires und respektvolles Verhalten ein. Dulde keine gezielten Mobbingspiele mehr und sage auch mal NEIN! Ziehe bewusst Grenzen oder kontere verbale Angriffe schlagfertig. Mit neuer Stärke kannst Du den Angreifer überraschen und verunsichern.

4. Suche Dir Verbündete 

Versammele Verbündete hinter Dich! So wird es für den Mobber deutlich schwieriger, sein Vorhaben durchzuziehen. Er sieht, dass Du nicht alleine da stehst. Hole Dir auch psychologische Unterstützung. In Rollenspielen können bspw. Abwehrmaßnahmen aktiv geübt werden. Persönliche Gespräche mit guten Profis - ein von der Seele reden - wirken befreiend und nehmen das Gefühl der Isolation.

Wende Dich an Deinen Hausarzt, einen guten Psychologen oder einen Anwalt Deines Vertrauens und bitte sie um Rat. Weitere Anlaufstellen sind Mobbingberatungsstellen und professionelle Selbsthilfegruppen. Baue Dein eigenes Netzwerk auf, das Dich auffängt und Dich in dieser schwierigen Lebensphase unterstützt.

5. Deine Vertrauensperson

Finde eine Vertrauensperson - Partner/-in, Freund/in oder jemand aus der Familie - mit der Du über Deine Situation sprechen kannst. Das entlastet ungemein! Du bekommst eine weitere Meinung und eine Außenansicht auf Deine Situation. Für Dein seelisches Gleichgewicht brauchst Du eine Vertrauensperson, die Dir zuhört und wie ein Fels in der Brandung zu Dir steht. 

6. Vorgesetzte oder Betriebsrat ansprechen

Du kannst Vorgesetzte oder den Betriebsrat offen auf Deine Situation ansprechen. Vor allem bei größeren Firmen solltest Du nicht zu schnell kündigen - was der Mobber sich ja wünscht. Schaue lieber, ob sich in einer anderen Abteilung unter einem vernünftigen Chef und mit anderen Kollegen vielleicht eine bessere Zukunft ergeben könnte. Denke dran: Auch der Mobber selbst könnte schon bald die Firma mit neuen Zielen verlassen.

7. Führe ein Mobbing Tagebuch

Personalabteilung oder der Betriebsrat fragen in der Regel nach Details in konkreten Momenten, an denen Verleumdung oder verbale / körperliche Übergriffe stattgefunden haben. Das gleiche gilt, falls es zu einer anwaltlichen Auseinandersetzung kommen sollte. Schreibe möglichst detailliert auf, welche Personen in kritischen Situationen anwesend und beteiligt waren. Und wie sich der jeweilige Mobbingvorgang genau zugetragen hat. Mit dem Aufschreiben verdeutlichst Du Dir selbst die Bedeutung der Ereignisse. Das Dokumentieren ist wichtiger Teil Deiner persönlichen Abwehrstrategie.

8. Sorge für seelische Balance

Mobbing ist psychisch und körperlich eine Extremsituation. Sorge außerhalb des Jobs für ein erfülltes Leben mit positiven Kontakten. Jeder Mensch braucht Momente und Quellen zum Krafttanken. Nutze Sport und Bewegung und treffe Dich mit netten Menschen. So gewinnst Du immer wieder Abstand von der belastenden Situation.

Mir selbst hat seiner Zeit der tägliche Gang in die Natur, eine passende Meditation oder ein entspannter Saunabesuch sehr geholfen. Nach langer Duldungszeit habe ich die Abteilung allerdings doch verlassen. Im Nachhinein der richtige Schritt und ich denke heute ohne Gräuel zurück.

 

Liebe es, verändere es oder verlasse es

Wenn sich nach geraumer Zeit immer noch keine Besserung der Situation abzeichnet und Du massiv unter der Situation leidest, denken daran: Der beste Job der Welt ist es nicht wert, sich jeden Tag schlecht behandeln zu lassen.

Wie bereits erwähnt, ergeben sich gerade in größeren Firmen häufig hervorragende neue Berufschancen. Ziel ist es, dass Du wieder mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen, und dass arbeiten für Dich wieder mit Spaß und Freude verbunden ist.