Richtiger Umgang mit Panikattacken

Es gehört Mut dazu, sich seiner Angst zu stellen und sie auszuhalten. H. von Ditfurth


Panik ist ein sensibles Thema, dass uns aus aller Balance rütteln kann. Körper und Geist befinden sich im Ausnahmezustand. Einem inneren Beben. Wir fürchten um unsere Gesundheit, unsere Existenz, um unser Leben. Daher empfehle ich jedem Betroffenen die professionelle Unterstützung eines guten Therapeuten. 

Aufkommende Panik wird häufig so gut es geht innerlich bekämpft oder verdrängt. Obwohl diese Reaktion mehr als verständlich ist, kann die Panik so leider nicht geheilt werden. Jede Emotion möchte bejahend wahrgenommen und gefühlt werden, bevor sie sich auflösen kann. Annehmen und akzeptieren lautet daher der erste Schritt.

Bitte nutze diese Tipps als allgemeine Vorabinformation für ein Gespräch mit Deinem behandelnden Arzt oder professionellen Therapeuten. Gehe keine unnötigen Risiken ein! Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle therapeutische Behandlung. 

 

Tipps zum Umgang mit Panikstörungen

1. Heiße die Panik willkommen

Klingt erstmal völlig unlogisch! Etwas, was uns zutiefst fürchtet, willkommen zu heißen. Panik baut sich weniger stark auf, wenn wir uns innerlich erlauben, sie zu empfangen. Verdrängte oder bekämpfte Emotionen wachsen in uns. Wenn die Panik aufkommt, begrüße sie sprichwörtlich. Sage zu ihr, da bist Du ja wieder. Ich begrüße Dich!

2. Akzeptiere sie

Begebe Dich an einen sicheren Ort (bspw. lege Dich auf Deine Couch) und akzeptiere, dass die Panik da ist. Lass sie sich im Körper ausbreiten, spüre sie und beobachte sie ruhig. Die Panik darf jetzt da sein. Sie möchte bejahend akzeptiert werden. Nimm sie so an, wie sie sich gerade zeigt. Wo spürst Du sie? Im Hals, in der Brust, im Magen? Das Herz rast und das Gefühl erfasst den gesamten Körper? Spüre sanft und ruhig hinein.

3. Du bist in Sicherheit

Panikattacken sind in aller Regel rein psychischer Natur und kein organisches Problem. Daher empfehle ich, die Sorgen um Körper und Geist zu trennen. Meist entsteht die Angst hinter der Angst und wir fürchten ernsthaft um unsere Gesundheit. Auch wenn der Körper gerade Höchstleistung vollbringt und das Gefühl extrem unangenehm ist, bleibe ruhig und sage Dir: Es ist nur eine Panik, mein Körper ist in Sicherheit.

4. Drehe den Spieß um

Sage zu der Panik: Ich freue mich, dass Du da bist! Du darf jetzt da sein, und ich freue mich über Deine Gegenwart. Freunde Dich mit der Panik an! Umarme sie innerlich und schenke ihr ein Lächeln! Sage Dir und ihr: Wir schaffen es gemeinsam! Alles ist gut!

5. Fordere mehr

Zum Löschen des Feuers benötigst Du etwas Mut. Während eine Abwehrhaltung die Panik am Leben hält, kannst Du sie löschen, indem Du sie forderst. Gehe tief in das gegenwärtige Gefühl und fordere noch mehr von der Panik! Auf dem Höhepunkt der Emotionen wirst Du spüren, dass die Angst sich langsam abschwächt. 

6. Sie darf jetzt gehen

Wer positiv offensiv mit seiner Panik umgeht, hat eine gute Chance auf schnelle Heilung. Verdrängen und Abwehr führt dagegen tendenziell zur Wiederkehr. Das Empfinden ist in beiden Fällen vergleichbar, daher wähle mutig den richtigen Weg.

7. Zeit der Regeneration

Eine Panikattacke fordert von Körper und Geist sehr viel Kraft. Es ist wie ein Workout auf höchster Stufe. Gönne Dir anschließend eine Zeit der Regeneration. Esse gesunde und nährstoffreiche Kraftmacher und trinke viel Wasser.

Ich empfehle eine begleitende Meditation, die Dir Sicherheit und neue Kraft schenkt. 


Im Herzen der Menschen gibt es leere Orte, und in sie dringt das Leid ein, damit sie fühlbar zu existieren beginnen. Léon Bloy