Gesunde Abgrenzung mit einem Nein

„Die Fähigkeit, das Wort "nein" auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit“
Nicolas Chamfort

Sich abzugrenzen und entschiedener zu leben ist erlernbar. Es ist Trainingssache! Zutaten dafür sind Selbstbewusstsein, Eigenverantwortung und eine Portion Mut. 

Wenn wir keine Grenzen ziehen, zahlen wir einen hohen Preis. Dann ziehen nämlich andere Menschen die Grenzen für uns. Viele Menschen haben es Anderen lange Zeit recht gemacht, ohne jemals auf die eigenen Kräfte und Bedürfnisse zu schauen.

Nein sagen können ist ein wichtiger Selbstschutz. Wenn du es Anderen recht machst, achte darauf, dass du dich selbst nicht vergisst.
 

Die Sorgen vor dem nein

Menschen scheuen das Nein wegen der erwarteten Folgen. Von Anderen abgelehnt zu werden oder etwas zu verlieren. Den Job, den Partner oder eine Freundschaft. Nein zu sagen schützt uns davor, uns zu überfordern oder von Anderen ausgenutzt zu werden. 

Der Hinweis auf eine gesunde Abgrenzung bedeutet nicht, dass wir alles ablehnen sollen, was an uns herangetragen wird. Es geht um einen bewussteren Umgang mit unseren Entscheidungen - im Einklang mit unseren Interessen und Bedürfnissen.

War gar nicht so schlimm

In den meisten Fällen führt ein freundliches nein dazu, dass Respekt und Achtung dir gegenüber ansteigen. Du erkennst deinen Wert und den Wert deiner Hilfsbereitschaft.

Ja-Sager stehen nicht hoch im Kurs. Eine gesunde Selbstachtung führt dagegen zu mehr Respekt. Und wer sich dennoch von dir abwendet, hat sicherlich schon viel zu lange auf deine Kosten gelebt.

Auf unserem täglichen Weg lauern viele Zeit- und Energieräuber. Nimm das Heft in die Hand und entscheide zukünftig selbst, wofür du deine Zeit und Energie einsetzt. 

 

Zehn Tipps für eine gesunde Abgrenzung

  1. Unterstreiche dein "nein" mit eindeutiger Körpersprache und fester Stimme. Trete selbstbewusst auf und übe vorher vor dem Spiegel.

  2. Beginne dein persönliches Training mit Entscheidungen ohne große Tragweite. Zum Beispiel am Wochenende: "Nein, ich komme heute Abend nicht mit in die Kneipe! Ich bleibe zu hause und erhole mich von der anstrengenden Woche."

  3. Der Lernprozess wird meistens von Schuldgedanken und mulmigen Gefühlen begleitet. Wir haben schließlich jahrelang anders gehandelt. Sei dir dessen einfach bewusst und zeige Verständnis für deine Reaktionen.

  4. Nein sagen bedeutet: Eindeutig und zum richtigen Zeitpunkt. Vermeide lange Erklärungen und Rechtfertigungen. Das schwächt nur deine Position.

  5. Lerne, dass deine wahre Stärke von innen kommt. Mache dich unabhängiger von fremder Anerkennung und Applaus. 

  6. Nimm dir Zeit für Entscheidungen und komme vorher in einen entspannten Zustand.

  7. Du darfst eine getroffene Entscheidung freundlich zurücknehmen.

  8. Übe dich allerdings auch darin, zu deinen Entscheidungen zu stehen! Das verschafft dir innere Festigkeit und Stabilität.

  9. Frage dich, was ist mir wirklich wichtig! Lerne mutig Entscheidungen zu treffen und zögere diese nicht zu lang hinaus!

  10. Deine verfügbare Energie und Zeit sind wertvoll. Es gilt, sie sorgfältig einzuteilen.