Burnout und Psyche: Daten & Fakten


Jährlich werden aktuell durch Burnout, Depression und andere psychische Krankheiten weit über 60 Millionen Arbeitsunfähigkeitstage registriert. Das bedeutet einen Anstieg um mehr als 80 Prozent seit dem Jahr 2000. Psychische Erkrankungen gehören nicht nur zu den häufigsten Erkrankungen, ihre Behandlung ist zudem eine der teuersten. Mittlerweile stellen sie den Nr.1 Grund für Arbeits- und Berufsunfähigkeit dar.

Über 13 Millionen Arbeitnehmer sind nach Schätzungen der Krankenkassen von Burnout betroffen. Interessant für jeden Arbeitgeber: Ein Burnout verursacht nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich im Durchschnitt über 30 Krankheitstage. Die dadurch entstehenden Produktions- und Dienstleistungsausfalle in Deutschland beziffern Experten auf über 70 Milliarden Euro.

Jeder dritte Arbeitnehmer arbeitet an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit. Und bereits jeder fünfte Berufstätige leidet unter den gesundheitlichen Folgen von Stress mit seinen unterschiedlichen Symptomen.  

Über 40 Prozent aller Neurentner gehen nicht aus Altersgründen, sondern wegen verminderter Erwerbsfähigkeit durch psychische Störungen in Ruhestand. Psychische Belastungen sind damit inzwischen Ursache Nummer eins für Frühverrentungen. Das Durchschnittsalter liegt dabei unter 50 Jahre. 


Welche Berufsgruppen sind besonders gefährdet?

Engagierte Manager und Führungskräften mit hoher Personal- und Zielverantwortung gehören nach wie vor zum stark gefährdeten Kreis. Die Anforderungen an diese Entscheidungsträger sind in den letzten Jahren sogar noch weiter angestiegen. Allgemein lassen sich Arbeitnehmer mit dauerhaft hohen Leistungsanforderungen und längeren Zeiten der Überforderung überdurchschnittlich häufig krankschreiben.

Gefährdete Berufsgruppen sind Ärzte, Kranken- und Altenpfleger, Rettungssanitäter und Geburtshelfer, da diese im täglichen Berufsalltag mit zwischenmenschlichen Extremfällen umgehen müssen. Hier ist es besonders wichtig, sich nach Feierabend vom Tagesgeschehen abzugrenzen und die Batterien für den nächsten Tag wieder aufzuladen. Zu dieser Gruppe gehören ebenso Erzieher, Lehrer und Sozialarbeiter.

Auch Berufsgruppen mit extremen zeitlichen Anforderungen, wie sie bspw. in der Gastronomie vorkommen können, sind gefährdet. Hinzu kommt gerade bei Frauen häufig eine Doppelbelastung aus Beruf und Familie.


Nicht der kurzfristige Stress ist entscheidend

Burnout wird durch dauerhafte Belastungs- und Stresssituationen ausgelöst. Der Berg an Arbeit kann oftmals nicht mehr abgearbeitet werden und es entsteht ein Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Ein Durchatmen nach erfolgreicher Tätigkeit scheint nicht mehr in Sicht. Erste Symptome auf dem Weg zum Burnout sind stark wechselnde Stimmungen, zunehmende Gereiztheit, eine zunehmende Unzufriedenheit und eine schwere dauerhafte Müdigkeit, die auch nach einem Nachtschlaf nicht verschwindet.

Wer jetzt nicht reagiert, für den reagiert unser Körper mit körperlichen und psychischen Symptomen, die bei Nichtbeachten letztendlich im Burnout münden können. 

Leider reagieren die meisten Menschen erst, wenn es bereits zu spät ist. Die eigene Gewissenhaftigkeit und auch Existenzängste treiben uns immer weiter an. Lassen Sie es nicht soweit kommen und reagieren Sie rechtzeitig! Denn ohne eine gesunde Leistungsfähigkeit ist auch keine große Leistung möglich. Unter den Folgen leidet die Gesundheit, das eigene Umfeld und die Lebensfreude bleibt auf der Strecke. Eine gesunde und erfolgreiche Work-Life-Balance ist daher immer eine Win-win-Lösung!

Quellen: TK Gesundheitsreport & KKH-Allianz / WHO & Stressreport Deutschland / EMNID / Deutscher Managerverband DMV