Alles zu viel? Zehn Tipps bei Überforderung 

"Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht." Afrikanisches Sprichwort

Wenn wir im Trubel des Alltags oder bei akutem Job- oder familiären Stress an unsere psychischen und physischen Grenzen geraten, meldet sich unser Körper mit Signalen. Der Kopf fühlt sich an wie ein überlastetes Knäuel, wir können uns nicht mehr richtig konzentrieren, reagieren ängstlich oder gereizt. Bei so Manchem spielt der Kreislauf verrückt, uns wird heiß und kalt, wir haben Magenprobleme und sind stark angespannt. Auch der nächtliche Schlaf ist häufig gestört. Manche werden zu Frustessern, während Anderen der Appetit völlig vergeht.

Die Gedanken über sich selbst und andere Menschen werden negativer und kritischer. Wenn dann noch Frustration und ein Gefühl der Hilflosigkeit hinzukommt, steuern wir geradewegs in eine Depression. Am Ende fühlen uns nur noch leer und ausgebrannt. 

An den eigenen Grenzen angekommen, heißt es nur noch eins: Jetzt handeln!

Hier erhältst Du zehn Akuttipps, die Deine Situation kurzfristig stabilisieren können.

 

1. Überforderung erkennen und akzeptieren

Kritisiere Dich nicht für die Handlungen, die Dich in diese Situation gebracht haben. Verurteile Dich in dieser schwierigen Lage bitte nicht noch zusätzlich. Das macht die Umstände nicht besser. Gestehe Dir ein: "Ja, mir geht es nicht gut! Das war zu viel!"

Sag bewusst JA zu Deiner Überforderung! Nimm an, was Sache ist. Es ist wie es ist. Nur mit Deinem Eingeständnis kann die Situation überwunden werden. Eine innerlich verdrängte oder mit Mitteln betäubte Überforderung kann sich dagegen nicht bewegen und somit auch nicht auflösen. Sag JA zur Überforderung. Akzeptiere sie. Nimm sie an!

2. Entschleunigen und runterfahren

Es hilft nichts, jetzt in dem vorangegangen Tempo weiter zu machen. Dies würde Dich nur in eine noch gefährlichere Situation bringen. Fahre runter und kümmere Dich jetzt an erster Stelle um Deine Gesundheit. Wenn kein Urlaub möglich ist, gestalte Deinen Feierabend neu! Atme durch, halte inne und mach regelmäßig Pausen! Oftmals wollen wir bei größeren Projekten oder einer aktuellen Vielzahl an Aufgaben kämpfen, bis wir unser Ziel erreicht haben. Aber dann kann es gesundheitlich schon zu spät sein.

Der Weg ist das Ziel! Plane in Teilschritten und baue immer wieder Erholungszeiten ein. Sorge täglich für innere und äußere Balance aus engagiertem Einsatz und Erholung!

3. Überblick verschaffen

Grund für unsere Überforderung ist häufig eine dauerhafte Überlastung oder Zeitdruck. Wir haben entweder sehr viele kleine Baustellen oder stehen vor einer übermächtig erscheinenden Aufgabe, die uns innerlich lähmt. Schreibe wirklich alle Aufgaben aus dem Kopf auf ein Papier oder eine Liste, die Du später abhaken kannst. Dieser Vorgang entlastet Deinen Kopf und verschafft Dir einen Überblick. Du gewinnst neue Klarheit.

Häufig verzetteln wir uns in Multitasking oder wollen alles alleine schaffen. Wir haben den Eindruck, es allein besser und schneller erledigen zu können. Das ist eine Illusion. 

4. Prioritäten setzen

Frage Dich: Welche Aufgabe ist jetzt die Wichtigste? Dann konzentriere Dich auf diese Aufgabe und lasse die anderen Dinge ruhen. Entscheide bewusst, welche Aufgabe(n) jetzt wichtig sind. Dabei gilt es zwischen dringend und wirklich wichtig zu unterschieden. Aufgaben, die weniger wichtig sind oder zeitlich aufgeschoben werden können, lasse jetzt bewusst ruhen. 


5. Aufgaben delegieren

Anstatt alles allein schaffen zu wollen, empfehle ich gute Planung und Organisation! Habe Vertrauen und lasse los! Gib Aufgaben ab! Gemeinsam sind wir stark! Delegiere Arbeiten und Aufgaben an Kollegen, Freunde, Familie oder Partner. So hast Du mehr Zeit und Konzentration für Deine wirklich wichtigen Aufgaben. Und verschaffst Dir die Freiräume für Deine tägliche Regeneration. Delegiere Aufgaben. Gib ab!


5. Das Gespräch suchen

Es erleichtert enorm, sich in überforderten Situationen den Frust und die Sorgen von der Seele zu reden. Rufe einen Vertrauensmenschen an oder treffe Dich mit Deinem besten Freund oder Freundin. Natürlich ist auch psychologische Unterstützung durch einen Profi empfehlenswert. Suche Dir mentale Unterstützung oder hole Dir Tipps für Deine Situation. Eine Außensicht auf Deine Lage kann wertvolle Erkenntnisse bringen. 

6. Erschöpfung nachgeben

Ausgebrannte Menschen müssen häufig ein großes Schlafdefizit kompensieren. Schlaf regeneriert unseren Körper und unseren Geist! Wenn Du jetzt öfter müde bist, häufiger Pausen benötigst oder einfach länger schlafen möchtest, kannst Du diesem Bedürfnis mit gutem Gewissen folgen. Schlaf ist unser wichtigster Energiespender und Grundlage für einen guten Start in den neuen Tag.

7. Klarheit gewinnen

Trinken hilft uns bei der Gewinnung neuer Klarheit. Die allgemeine Empfehlung der Gesundheitsexperten lautet 1,5 bis 2,5 Liter. In Phasen der Überforderung empfehlen wir täglich 2,5 bis 4 Liter zu trinken, um wieder zu einem klaren Kopf zu gelangen. Trinke dabei vorrangig Wasser, ungesüßten Tee, Schorle oder abends ein alkoholfreies Bier. Natürlich zählt auch die Flüssigkeit in Lebensmitteln, wie Melonen oder Suppen.

8. Die Kraft der Natur nutzen

Gehe in gestressten Phasen täglich raus in die Natur! Eine Stunde ist okay, besser ist allerdings ein Aufenthalt von 2 Stunden und mehr, wenn es sich einrichten lässt. Mache entspannte Spaziergänge oder setze Dich auf's Fahrrad. Es lohnt sich, auch mal vom Hauptweg abzubiegen und die Natur als sinnliches Erlebnis wahrzunehmen. Je direkter der Kontakt mit der Natur ist, desto effektiver ist er!

9. Sich gut behandeln

Behandele Dich so, wie Du jetzt mit einem guten Freund/-in oder einem kleinen Kind umgehen würdest. Werde selbst Dein bester Freund. Sorge für einen positiven und aufbauenden inneren Dialog! Häufig gewinnt in Phasen der Überforderung unser innerer Antreiber und Kritiker die Oberhand. Doch Gedanken lassen sich ändern. Steuere mental bewusst mit verständnisvollen und aufbauenden Gedanken dagegen. 

10. Batterien neu aufladen

Nutze Deine persönlichen Entspannungsquellen! Neben dem Aufenthalt in der Natur kann es ein Saunabesuch sein, eine Massage oder einfach ein Entspannungsbad. Entfliehe täglich dem hektischen Treiben und finde zu neuer innerer Ruhe. Welche individuellen Maßnahmen uns persönlich gut tun, wissen wir selbst intuitiv am besten.

 

Ich wünsche allen Betroffenen eine schnelle und erfolgreiche Regeneration! Achte auf ein gesundes Maß an Belastung und versuche, bereits bei ersten Anzeichen wieder in einen ausgeglichenen Zustand zurückzufinden. 

 

 


Stärken stärken

"Jeder ist ein Genie! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist." Albert Einstein

Wir vergleichen uns gerne mit anderen Menschen. Wenn wir dabei unsere Schwächen und kleinen Fehler mit den Stärken Anderer vergleichen, fühlen wir uns unterlegen und schlecht. Unser strenger innere Kritiker meldet sich zu Wort, fällt sein kritisches Urteil und zieht uns weiter runter.

Anderseits erkennen wir auch die Fehler und Schwächen bei Anderen sehr schnell. Wir konzentrieren uns statistisch elfmal mehr auf Fehler und Misserfolge als auf Positives. Eigene Schwächen empfinden wir als persönlichen Makel. Erfolge dagegen als normal. 

Du hast ein wertvolles Gesamtpaket

Wir alle haben Dinge, die wir gut können und andere, die wir weniger gut können. Fest steht: Jeder von uns hat ein wertvolles Gesamtpaket mit auf seinen Weg bekommen. Ein Paket, dessen Eigenschaften sinnvoll und gut zueinander passen. Wichtig ist es, diese Eigenschaften zu erkennen und ihnen auf die Spur zu kommen. Welche Stärken, welche Werte, welche Fähigkeiten hast ganz speziell Du? Wenn unsere Eigenschaften die Karten eines Kartenspiels wären, was wären dann Deine individuellen Trümpfe?

Lebe in Deinem Element

Wie Einstein schreibt, ist das Element des Fischs nicht der Baum, sondern das Wasser. Hier kann er seine Schwimmkunst, seine Wendigkeit und Schnelligkeit voll zur Geltung bringen. Dabei sieht es spielerisch und mühelos aus. Ohne Anstrengung kommt der Fisch zu seiner Leistung.

Auch wir Menschen brauchen das passende Umfeld, um unsere Stärken bestmöglich zur Entfaltung bringen zu können. Sind wir in unserem Element, macht das Spaß und kann uns einen echten Glücksflow bescheren. Beim Kochen und Backen, beim Joggen, bei der Gartenarbeit oder Handwerkern. Und natürlich extrem wichtig in unserem Beruf. Mit unserer Arbeit verbringen wir in aller Regel den größten Anteil unserer Wachzeit.


Deine Stärken sind Dein Erfolgsgarant

Gerade bei der Berufswahl solltest Du besonders auf Deine Interessen und Stärken achten. Denn eine erfüllende und motivierende Arbeit baut immer auf Deinen Stärken auf. Nutze ab jetzt konsequent Deine Stärken und bringe sie optimal zur Geltung! 

In einer dynamischen Geschäftswelt werden wir natürlich ab und zu auch mit unseren Schwächen konfrontiert. Halte Engagement und Erwartung im realistischen Rahmen. Erfolgsmenschen setzen konsequent auf ihre Stärken und suchen nach einer Lösung für den Ausgleich ihrer Schwächen. Es ist effektiver, seine Zeit in Aktivitäten zu stecken, die uns zu unseren Zielen führen. Erfolge stellen sich mit Leichtigkeit und Freude ein. Wir entwickeln echtes Interesse und eine Motivation, die von innen, von Herzen kommt.


Erkenne Deine Schokoladenseiten

Nimm Dir ein Blatt Papier, einen Stift und etwas Zeit. Beantworte in Ruhe folgende zehn Fragen und komme Deinen Stärken auf die Spur. Diese Stärken führen Dich zu Deinen authentischen Zielen. Der Künstler muss nicht Mathematiker werden und umgekehrt. Jeder hat sein authentisches Aufgabenfeld, das ihn erfüllt und persönlich Sinn spendet. 

Falls Dir die Beantwortung der Fragen schwer fällt, kannst Du sie auch gemeinsam mit einer engen Vertrauensperson besprechen. Häufig werden unsere Schokoladenseiten von anderen Mitmenschen leichter erkannt als von uns selbst. 

 

10 Fragen auf der Spur zu Deinen Stärken

1. Was macht Dir schon lange Zeit Spaß und Freude?
.....

2. Was motiviert Dich? Treibt Dich immer wieder neu an?
....

3. Was fällt Dir leicht? Leichter als vielen Anderen?
....

4. Was liegt Dir am Herzen? Wofür engagierst Du Dich?
....

5. Aufgaben werden verteilt. Welche übernimmst Du freiwillig?
....

6. Welche Fähigkeiten und Talente haben Dir bei Deinen bisherigen Erfolgen geholfen?
....

7. Wofür bekommst Du Komplimente? Was schätzen andere Menschen an Dir?
....

8. Für welches Thema interessierst Du Dich und informierst Dich regelmäßig?
....

9. Wer kommt mit seinen Problemen zu Dir oder fragt Dich nach Deinem Rat? 
....
Wie hilfst Du Ihnen?

10. Was stört Dich häufig an Anderen? Was kannst Du in aller Regel besser?
....

 

Zum Schluss zeige ich Dir noch ein kurzes Video von einen bekannten TV Moderator, der ebenfalls konsequent auf seine Stärken und sein persönliches Element setzt. 

 

 

 

 

Häusliche Pflege von Dementen

„Gucken Sie mal Schwester, dieser Körper, dieses Gesicht – ist das nicht schön?“
Äußerung einer alten Dame mit Demenz bei der Körperpflege im Seniorenheim


Vor einigen Jahren habe ich neben meinem Vollzeitjob in Marketing & Kommunikation meine pflegebedürftige Mutter zu hause gepflegt. Ingesamt rund acht Jahre und sechs Jahre davon mit der höchsten Pflegestufe. Geschafft habe ich das zusammen mit einem pensionierten Nachbarn und dem mobilen Pflegedienst der Diakonie in Leverkusen.

Während dieser Zeit kam ich häufig an meine körperlichen und nervlichen Grenzen. Zudem einsetzendes Mobbing aufgrund fehlender Akzeptanz meiner Pflegetätigkeit brachte mich schließlich aus meiner Balance. Ich habe mich in dieser Zeit gekümmert und funktioniert und mich selbst dabei verloren.

Andererseits konnte ich viele wertvolle Lebenserfahrungen sammeln, die mich stärker gemacht und mich zu meiner heutigen Tätigkeit als Business Trainer und Coach geführt haben. Heute unterrichte ich Menschen und erarbeite gemeinsam mit ihnen erfolgreiche Strategien, wie sie trotz großer Herausforderungen nicht in Schieflage geraten.

Da ich mit dem richtigen Wissen im Umgang mit der einsetzender Demenz einiges hätte besser machen können, möchte ich pflegenden Angehörigen einige Praxistipps mit auf den Weg geben. Diese Checkliste für den Umgang mit Alzheimerkranken ist mittlerweile in vielen Seniorenheimen in unserer Region im Einsatz. Los gehts...

 

Validieren bedeutet akzeptieren

Validation ist eine einfühlsame Kommunikationstechnik für den Umgang mit Dementen. Über den Einsatz von Empathie ermöglicht sie eine Kommunikation auf Augenhöhe. Sie basiert auf Wertschätzung und ermöglicht es, dass sich der Betroffene wahrgenommen, ernstgenommen und verstanden fühlt. Das gibt Halt und  vermittelt ihm das Gefühl von Sicherheit und Vertrautheit. Ihre persönliche Bindung zu dem Dementen wird gestärkt.

Der Begriff Validation entstammt dem englischen valid und bedeutet gültig. Akzeptieren Sie die Welt und die Realität des Demenzerkrankten genau so, wie sie sich Ihnen zeigt. Auch wenn sie stark von der uns vertrauten Realität abweicht. Erkennen Sie seine Welt vollständig an. Erklären Sie alles Erlebte für gültig! Es ist in Ordnung und darf so sein.

Menschen mit Demenz verlieren zunehmend die Orientierung in der Gegenwart. Sie leiden unter Sprach- und Koordinationsstörungen, fehlender zeitlicher und örtlicher Orientierung, Unruhe und Vergesslichkeit. Sie wirken häufig abwesend. Und auch die körperlichen Kräfte lassen nach. Es gibt dabei gute und schlechte Tage. In der Pflege nennt man sie die blauen und die grauen Tage.

Wenn ich vom dem Dementen spreche, meine ich selbstverständlich Mann und Frau!

 

20 Tipps für einen guten Umgang mit Dementen 

1. Tauchen Sie in die Welt des Erkrankten ein

Nehmen Sie die innere Welt des Erkrankten an und versuchen Sie, sich so gut es geht in diese hinein zu versetzen. Der Demente kann zunehmend weniger unsere aktuelle Gegenwart begreifen. Er fühlt sich in vielen Alltagssituationen hilflos und überfordert. 

Denken Sie daran, dass es sich bei Alzheimer und anderen Krankheitsformen, die zu Demenz führen, um schwere Krankheiten handelt. Nervenzellen im Gehirn sterben ab und der Zustand des Gehirns wird zunehmend schlechter. Ein schleichender Prozess.

2. Konzentrieren Sie sich auf das, was noch geht

Durch den fortschreitenden Abbau von Gehirnzellen gehen Wissen und Fähigkeiten verloren. Einiges bleibt allerdings auch erhalten. Konzentrieren Sie sich mit Ihrer Aufmerksamkeit positiv auf das, was der Demente noch kann. Zeigen Sie Verständnis für seine Krankheit und seinen körperlichen und geistigen Zustand. Gemeinsame Aktivitäten können so leichter an noch vorhandenen Fähigkeiten ausgerichtet werden.

3. Bestätigung, Anerkennung, Wertschätzung

Jeder möchte als Mensch und für seine Leistungen gesehen und wahrgenommen werden. Dabei erkennt der Erkrankte durchaus seine Defizite. Schenken Sie Ihrem Angehörigen Bestätigung und Wertschätzung. Loben Sie ihn für seine Leistungen. Unterstützen Sie ihn, indem Sie ihm immer wieder frühere Lebensleistungen berichten.

Und geben Sie Menschen mit Demenz Aufgaben, damit sie sich gebraucht fühlen:

Du bist doch eine so gute Köchin! Komm, lass uns zusammen etwas Leckeres kochen!

Du kennst Dich doch gut mit Pflanzen aus. Kannst Du mich im Gartencenter beraten?

4. Die Gefühlswelt bleibt erhalten

Das Gefühlsleben bleibt bei Menschen mit Demenz und Alzheimer erhalten. Dies hat eine Studie der Universität Iowa ergeben. Demente empfinden Freude oder Traurigkeit, können aufgeregt, wütend oder fröhlich sein. Wenn Emotionen nicht mehr in Worten ausgedrückt werden können, hilft ein Blick auf die Körpersprache mit Gestik und Mimik. 

Menschen mit Demenz erfreuen sich an Musik, singen Liedertexte aus früheren Zeiten und bewegen sich im Takt der Musik. Grundstimmungen von Filmen übertragen sich, auch wenn Inhalte schnell vergessen werden. Obwohl Menschen mit Demenz zeitweise abwesend erscheinen, spüren sie, ob ihnen jemand wohl gesonnen ist oder nicht. Und sie freuen sich über Ihren Besuch, auch wenn sie es Ihnen nicht mehr zeigen können.

5. Feste Alltagsstrukturen und liebgewonnene Rituale pflegen

Veränderung stellt eine Bedrohung dar und macht Menschen mit Demenz Angst.
Daher sollte der Tagesablauf eine feste Struktur haben. Nutzen Sie vertraute Rituale. Das Brötchen mit Marmelade, die Tageszeitung oder die morgendliche Fernsehserie. So erfahren Menschen mit Demenz Sicherheit und Orientierung. Innerhalb dieses festen Rahmens können Sie dann für Abwechslung sorgen.

6. Nutzen Sie bekannte Wege und vertraute Ziele

Wenn Sie Ausflüge und Unternehmungen machen, sollten diese möglichst vertraut sein. Steuern Sie vertraute Ziele an und nutzen sie dafür Wege, die der Demente noch kennt. Ich selbst habe beispielsweise anstelle der Wälder der gesamten Region nur noch naheliegende vertraute Wälder für Spaziergänge aufgesucht.

7. Nur EINE Sache ansprechen

Bei Aufforderungen an den dementen Menschen: Immer nur EINE Sache ansprechen! Eins nach dem anderen erledigen. Komplexe Vorgänge oder Multitasking können nicht mehr erfasst werden. Denken Sie daran: Weniger ist mehr!

8. Entscheidungen leicht machen

Machen Sie Entscheidungen leicht. Stellen Sie einfache Fragen: „Möchtest Du Kaffee oder Tee?" Wenn Fragen nicht mehr verstanden werden, stellen Sie einfach die Dinge zur Auswahl vor die demente Person, so dass sie drauf zeigen kann.

9. Immer mit Blickkontakt ansprechen

Sprechen Sie Menschen mit Demenz nicht von hinten oder aus einem anderen Zimmer an. Demente bilden im Zuge ihrer Krankheit einen Tunnelblick aus. Ereignisse rechts und links von ihnen werden im Blickfeld nicht mehr wahrgenommen, was zu plötzlichen Schreckmomenten führen kann. Mit direktem Blickkontakt fühlt er sich angesprochen. Stellen Sie dabei Nähe zur Person her, da die eigene Wahrnehmung näher an den Körper heranrückt. 

10. Kommunikation auf Augenhöhe

Gehen Sie im Gespräch mit Ihrem Angehörigen sowohl mit Worten als auch körperlich auf Augenhöhe. Zeigen Sie Respekt! Sprechen Sie Rollstuhlfahrer nicht von oben an, sondern gehen Sie in die Knie oder setzen Sie sich auf einen Stuhl. Kommunikation braucht Empathie, damit sich der Betroffene verstanden und ernstgenommen fühlt. 


11. Demente vermischen Zeiten

Menschen mit Demenz springen oft zwischen Ereignissen aus der Vergangenheit und der Gegenwart. Sie flüchten in ihrem inneren Erleben in Zeiten der Vergangenheit, die ihnen mehr Halt und Sicherheit bieten. Im gegenwärtigen Alltag fühlen sie sich häufig überfordert. Die Flucht in bessere Zeiten der Vergangenheit kann helfen, sich besser wahrnehmen und orientieren zu können. Aktuelles und Vergangenes können sich in der Welt des Dementen vermischen. Versuchen Sie dieser Zeitreise empathisch zu folgen. 

12. Die Vergangenheit gewinnt an Bedeutung 

Stellen Sie sich das Gedächtnis eines Alzheimerkranken wie eine Wasserflasche vor. Das Wasser ganz unten in der Flasche ist die Vergangenheit. Es ist tief drin und häufig bis in kleinste Details präsent. Das Wasser obenauf ist die Gegenwart. Wenn man die Flasche ausschüttet, fließt dieser Teil sofort heraus. Das bedeutet: Ereignisse aus der Gegenwart oder jüngeren Vergangenheit werden schnell vergessen. Dagegen sind alte Liedertexte oder frühere Erlebnisse oft vollständig im Gedächtnis erhalten geblieben.

13. Nichts persönlich nehmen

Nehmen Sie es nicht persönlich, wenn Demente bösartig werden oder Schimpfworte fallen. Emotionen werden nicht selten grob und sehr direkt ausgedrückt. Sie liegen in der Biographie des Erkrankten begründet und wurden früher häufig unterdrückt. Auch Schuldzuweisungen haben immer mit dem Kranken selbst zu tun und nicht mit Ihnen. Demente müssen häufig Andere beschuldigen. Es ist Teil ihrer inneren Aufarbeitung.

Manchmal werden Gegenstände versteckt, die symbolcharakter für das Leben des Dementen haben. Schmuck, Alltagsgegenstände, Geld oder schöne Kleidung, die für unerfüllte Träume im Leben stehen und die jetzt aufgearbeitet werden möchten. 

„Heimlich ist schön!“ Äußerung einer alten Dame mit Demenz während der Pflege

14. Drücken Sie sichtbare Gefühle mit Ihren Worten aus

Bestätigen Sie gezeigte und erkennbare Emotionen mit Ihren Worten. "Du bist ganz schön sauer. Das ärgert Dich!" oder "Du bist traurig. Das ist zu viel für Dich" oder "Heute bist Du müde. Das ist aber auch ein müdes Wetter." Der Demente fühlt sich wahrgenommen und verstanden.

Fragen Sie wehmütige Menschen, wie es ihnen geht, wann das Erlebte war und wie sie es erlebt haben. Geben Sie in der traurigen Stimmung dem Dementen die Möglichkeit, seine schlimmen Erlebnisse auszudrücken, um sie so verarbeiten zu können. 

15. Defizite nicht ansprechen

Konfrontieren Sie Ihren Angehörigen nicht mit seinen Defiziten wie: „Früher wusstest Du doch, wie die Fernbedienung funktioniert.“ Er bekommt es häufig genug selbst mit und fühlt sich zusätzlich verunsichert. Konzentrieren Sie sich auf das, was er noch kann.

16. Nicht diskutieren – nicht streiten!

Menschen mit Demenz sind zu sachlichen Diskussionen häufig nicht mehr in der Lage. Korrigieren Sie nicht und stellen Sie Keinen bloß! Nach dem Motto: "Das habe ich Dir doch schon zehnmal gesagt" oder „Warum weißt Du das denn nicht mehr?" Fragen Sie nicht mit Wieso und Warum.

Und streiten Sie bitte nicht, auch wenn Sie sich im Recht fühlen. Es bringt Ihnen Beiden nichts und verunsichert lediglich. Sprechen Sie verbindend und nicht trennend.

17. Für sinnliche Erlebnisse sorgen

Demenz bedeutet übersetzt sinngemäß "weg vom Geist". Mit unserem sachlogischen Verstand und in Diskussionen erreichen wir demente Personen in aller Regel nicht mehr. Kontakt herstellen können wir dagegen über liebevolle Zuwendung, das Reichen einer Hand, Humor und gemeinsames Lachen und über die Sinneswahrnehmung.

Unsere fünf Sinne erlangen mit zunehmender Krankheit eine immer größer werdende Bedeutung. Die Arbeit mit Farben, Musik, Gesang, Geschmack, Fühlen oder Riechen hilft den Erkrankten bei der eigenen Wahrnehmung. Deshalb wird in der Betreuung in Seniorenheimen sehr viel mit der Wahrnehmung über unsere fünf Sinne gearbeitet. Fühlen von Gegenständen, altvertraute Lieder singen oder Lieblingsfotos anschauen. 
 

18. Keine Versprechungen für die Zukunft

Bitte keine Zukunftsbotschaften aussprechen wie: "Deine Tochter kommt am nächsten Wochenende." Der Demente könnte Sie danach alle paar Minuten nach der Tochter fragen und sich Hoffnungen oder Sorgen machen. Und Sie dürften darauf antworten. Zukunftsorientierung geht im Zuge der Krankheit immer mehr verloren. Mein Tipp: Sagen Sie am Tag des Erscheinens: "Schau mal, wer da gerade gekommen ist..."

19. Einfach, deutlich und verständlich

Sprechen Sie in kurzen Sätzen! Betonen Sie klar und verständlich und sprechen Sie angemessen langsam. Berücksichtigen Sie auch eventuelle Hörgeräte und schauen Sie, ob diese mit aufgeladener Batterie eingesetzt sind. Gestalten Sie Ihre Sätze ebenso einfach wie Ihre gemeinsamen Aktivitäten. Nach dem Motto: Keep it simple!

20. Mit den inneren Augen sehen

Demente Personen sehen ihre Welt mit ihren inneren Augen. Wenn ein Herr mit 85 Jahren heim zu seiner Mama möchte, dann ist das keine Halluzination, sondern seine aktuelle Realität. Fragen Sie ihn, wie er seine Mama sieht und wie er dabei fühlt?

Bestätigen Sie Wünsche und Bedürfnisse ohne ihn anzulügen. Einfühlsame Empathie bedeutet auch schon mal kreative Phantasie. Entwickeln Sie Verständnis! Versuchen Sie sich in die inneren Augen des Dementen einzuloggen. Auch eine einfühlsame Ablenkung kann helfen, so dass sich Ihr Angehöriger wieder beruhigt und sicher fühlt.

 

Praxisarbeit im Kurzfilm

Zuletzt möchte ich Ihnen zur besseren Veranschaulichung noch einen kurzen Film aus der Arbeit in Seniorenheimen zeigen. Bitte klicken Sie hier.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Arbeit mit Ihrem dementen Angehörigen. Mein ganz persönlicher Tipp: Verlieren Sie bei allem Leid nicht Ihr Lachen und Ihren Humor.

Und denken Sie als pflegender Angehöriger auch an sich, um immer wieder Kraft und Energie zu tanken. Holen Sie sich professionelle Unterstützung, denn gemeinsam fällt diese Zeit deutlich leichter. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

 

 

 

Der Weg zur Gelassenheit 

"Das Rezept für Gelassenheit ist einfach: Man darf sich nicht über Dinge aufregen, die nicht zu ändern sind." Helen Vita

Wie wir in bestimmten Situationen reagieren, hängt von vielen Faktoren ab. Von unserer Mentalität, der Situation, unserer Laune. Hier ein konkretes Beispiel aus dem Alltag:

Du bist morgens spät dran und denkst: Wenn ich jetzt gut durch den Verkehr komme, schaffe ich es gerade noch pünktlich ins Meeting. Aber direkt vor Dir blockiert ein großer Müllwagen die Straße. Die Männer sammeln in aller Ruhe die Mülleimer ein und tun ihre Arbeit. Du beginnst zu fluchen und zu schimpfen. Es brodelt in Dir...

Et hätt noch immer jot jejange 

Größere oder kleine Probleme wird es auf unserem Lebensweg immer wieder geben. Diese müssen uns aber nicht daran hindern, ruhig und gelassen zu bleiben. 

Unsere Gedanken verursachen unsere Gefühle und beeinflussen unsere Stimmung! Und Gedanken können wir ändern! Optimistische und positive Gedanken führen zu guten Gefühlen, pessimistische und negative Gedanken zu schlechten Gefühlen. 

Wir haben zu hause mit viel Liebe und Aufwand für den Partner/-in gekocht und er/sie schreibt kurz vorher kommentarlos per SMS, dass es zwei Stunden später wird. Bämm!

Wir können uns in dieser Situation unterschiedliche Gedanken machen, die uns wütend, besorgt, traurig, eifersüchtig, nervös oder ängstlich machen. Sie entsprechen in den seltensten Fällen der Realität, beeinflussen unsere Stimmung allerdings für den Rest des Abends.

Was können wir nun tun, wenn sich negative Gedanken und Gefühle breit machen? 

 

Zehn Schritte hin zur Gelassenheit

1. Abstand gewinnen

Die Situation ist ärgerlich, keine Frage! Deshalb sortiere Dich erst einmal und gewinne Distanz zu dem "Film", der gerade vor Dir abläuft. Schließe die Augen und atme tief in den Bauch ein und aus. Deine ruhige Atmung hat direkten Einfluss auf Körper und Geist. Dein Bauch wölbt sich dabei nach außen und füllt sich wie ein Ballon. Atme einige Sekunden tief ein, halte den Atem kurz und atme dann ruhig wieder aus.

2. Wahrnehmen

Frage Dich: Kann ich an der Situation aktiv etwas ändern? Wenn nicht, dann solltest Du sie gelassen akzeptieren. Ist das Geschehene wirklich so schlimm? Meist ist der Ärger größer als die Auswirkungen. Wir machen aus einer Mücke einen Elefanten! Kann ein Wutausbruch die Situation ändern oder verbessern? Lohnt sich der Ärger für mich? 


3. Akzeptieren

Einige Dinge im Leben lassen sich ändern, andere nicht. Diese gilt es zu erkennen und zu unterscheiden. Unveränderliches sollten wir akzeptieren und keine großen Energien verschwenden. "Akzeptiere es, verändere es oder verlasse es", ist hier ein gutes Motto! Bei veränderbaren Situationen können wir aktiv nach Lösungen suchen. Häufig lösen sich ärgerliche Situationen auch von ganz alleine auf. Bleib cool und bewahre die Ruhe.

4. Fühlen

Bleibe in emotional kritischen Situationen in Deiner inneren Mitte. Konzentriere Dich auf Deinen Atem und spüre, wie er ein und ausfließt. Spüre tief in Deinen Körper hinein! Gehe aus dem Gedankenstrom des Kopfes heraus und tauche gefühlsmäßig in Deinen Körper hinein. Spüre Deine Hände, Deine Schultern, Deine Beine. Fühle sie vielleicht sogar von innern. Dort liegen gleichzeitig Lebendigkeit und tiefer innerer Frieden!

5. Entschleunigen

Du hast es selbst in der Hand, wie Du reagierst! Ob Du aus der Haut fährst oder ruhig und gelassen bleibst. Halte Deine Gefühle weitestgehend unter Kontrolle und schenke der Situation ein Lächeln. Ein inneres Lächeln kann sehr entkrampfend wirken! Schalte Deine Lieblingsmusik an oder schließe kurz die Augen. Schaue in obigem Beispiel dem Szenario zu und gewinne der Gelassenheit der Straßenreiniger etwas Positives ab. Für gute Ergebnisse in Balance rät uns Konfuzius: Wenn Du es eilig hast, gehe langsam.

6. Der Ton macht die Musik

Wenn es bei einem Wutausbruch aus Dir rausbricht, übertreibe nicht und wähle keine XXL Sprache. Nach dem Motto: "Sie sind wirklich die arrogantesten und langsamsten Müllmänner der ganzen Stadt". Verbale Entgleisungen sind in der Regel unangemessen und bringen uns höchstens noch zusätzlichen Ärger ein! Lasse die Kirche im Dorf und mache nicht Unschuldige für Deine Situation verantwortlich! „Wenn die Wut wächst, denke an die Konsequenzen“ mahnt Konfuzius.

7. Nicht persönlich nehmen

Wenn Dich jemand anschreit oder Vorwürfe an den Kopf wirft, nimm es bitte nicht persönlich! Meistens hat es mit seiner eigenen Situation zu tun oder er bewertet ein Verhalten von Dir anders als Du es tust. Behalte Dein inneres Gleichgewicht und beziehe das Erlebte nicht persönlich auf Deine Person. Es hat nichts mit Dir zu tun.

8. Souverän bleiben

Wenn Du Dich in einer Stresssituation von einer anderen Person angegriffen fühlst, ziehe Deine Grenzen und schütze Dich in ruhigem aber bestimmten Ton! Hole nicht gleich zum verbalen Gegenschlag aus! Reagiere gelassen und mit Humor. Fühlst Du Dich überfordert, verlasse im Zweifel den Ort des Geschehens. Der Klügere gibt nach! 

9. Reden

Rede mit einem vertrauten Menschen über die fordernde Situation und verarbeite den Stress in einem Gespräch. Vielleicht bekommst Du so noch eine andere Sicht auf das Ereignis! So kannst Du Erlebtes für Dich verarbeiten und dann erfolgreich loslassen.

Viele meiner Teilnehmer nutzen auch das Schreiben! Schreibe die Dinge aus dem Kopf und von der Seele. Eine wissenschaftlich sehr bewährte Möglichkeit der Verarbeitung!


10. Bewegen

Kontrolliert Dampf ablassen ist die perfekte Art, wieder in Balance zu kommen. Drehe nach dem fordernden Ereignis eine kurze Runde um den Block und atme tief durch! Gehe nach Feierabend eine Runde joggen oder gönne Dir ein knackiges Workout.

Nach auspowernder Bewegung können wir mit Meditation und Entspannungstechniken zur inneren Ruhe zurückfinden. Fantasiereisen, Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen bieten sich an! Oder ein schöner Saunabesuch!

 

Zu guter letzt habe ich noch ein passendes Motto für mehr Gelassenheit :-) 


"Du musst nur langsam genug gehen, um immer in der Sonne zu bleiben" Antoine de Saint-Exupery



 

 

Respekt ist viel mehr

"Man sollte auf andere Menschen nur herab sehen, wenn man ihnen aufhelfen will." Steffen Albers


Respekt begegnen wir jeden Tag, zu hause, bei der Arbeit, im ganz normalen Alltag. Zum Ausdruck der Anerkennung nehmen wir häufig auch das Wort "Respekt" in den Mund. Studien zufolge rangiert Respekt am Arbeitsplatz auf der Wunschliste der Mitarbeiter an einen Arbeitgeber an zweiter Stelle. Lediglich geschlagen von einer "sinnvollen und interessanten Tätigkeit" und noch vor guter Bezahlung, sozialer Sicherheit und Karrieremöglichkeiten.

Respekt schenkt uns Wertschätzung und Anerkennung. Steigert unseren Mut und unser Selbstbewusstsein. Macht zufrieden und glücklich. Respekt hilft uns, erfolgreicher zu werden und den Alltag konfliktärmer und entspannter zu erleben. Deshalb ist Respekt auch gesetzlich geregelt. Im Artikel 1 des Grundgesetzes: "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." 

 

In Respekt steckt viel drin

Das Wort Respekt stammt vom lateinischen "respicere" ab und bedeutet übersetzt berücksichtigen, beachten und zurückschauen. Aus dieser Übersetzung lassen sich folgende Begriffe ableiten, die uns Respekt mit seinen Facetten näher bringen.

1. Rücksicht nehmen und tolerant sein Wir können lernen, toleranter gegenüber anderen Menschen, anderem Denken und Verhalten zu werden.

2. Achten und würdigen: Jemanden zu achten bedeutet die würdevolle Anerkennung und Wertschätzung des Menschen als wertvolles Wesen. Achtung drückt eine persönliche Grundeinstellung gegenüber seinen Mitmenschen aus. 

3. Bewusst und achtsam sein: Achtsames Leben führt uns zu einem bewussteren Leben im Hier und Jetzt. Mit mehr Klarheit, einer gesteigerten Wahrnehmung und einem besseren Miteinander.

4. Vorurteilsfrei beobachten: Einfach schauen und genau wahrnehmen, was gerade passiert. Wir können uns darin üben, unsere Sinne frei von Wertung zu nutzen.

5. Respektvoll zurückschauen: Respektvoll zurückschauen auf die Lebensgeschichte oder das Lebenswerk eines Menschen. Es gibt viel zu entdecken.

6. Anerkennen und wertschätzen: Der Mensch möchte anerkannt und wertgeschätzt werden. Wir alle möchten ein wertvoller Mensch sein und Anerkennung finden.

7. Beachten und wahrnehmen: Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, gesehen und wahrgenommen zu werden. Wir wollen als Person in unseren verschiedenen Rollen von anderen Menschen wahrgenommen und geschätzt werden.

8. Offen für Andersartigkeit: Wie sagt der Kölner: Jede Jeck is anders!

 

Respektvoller Umgang lohnt sich

Respekt ist wichtig und regelt unsere zwischenmenschlichen Beziehungen und unser gesellschaftliches Miteinander. Entscheidend ist eine respektvolle Achtung der Individualität und Andersartigkeit unserer Mitmenschen. Jeder sieht die Welt aus der Sicht seiner gelebten Werte. Treffen wir auf jemanden, der die Dinge anders sieht, ärgern wir uns häufig. Dabei können wir erst durch unsere Verschiedenartigkeit lernen. Adenauer sagte hierzu mit kölschem Humor: "Nehmen wir die Menschen, wie sie sind. Andere gibt's nicht."

Ein anderer Spruch, dem wir täglich begegnen ist "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus!" Das Leben ist praktisch ein Spiegel. Freundlichkeit wird in den allermeisten Fällen auch mit Freundlichkeit beantwortet und ein herzhaftes Lachen ist nahezu ansteckend. Andererseits brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn das Herauslassen unserer eigenen schlechten Laune auch beim Gegenüber keine Begeisterung hervorruft.

Ihnen ist sicherlich auch der Ausspruch "Respekt muss man sich verdienen" bekannt. Es bedeutet, dass wir aufrichtigen Respekt nicht von anderen einfordern können. Wir erhalten ihn freiwillig! Respekt ist vergänglich und muss täglich neu praktiziert werden. Aufrichtiger Respekt beruht dabei im Idealfall auf Gegenseitigkeit. Denn alle wollen Respekt haben, aber nicht jeder ist bereit, Respekt auch zu geben. Gehen Sie mit gutem Vorbild voran!